Tagesziel
Sobald Religion als bewertbares Profil behandelt wird, geraten Datenschutz, informationelle Selbstbestimmung und religiöse Praxis unter Spannung.
relipuls · Lehrer:innenblatt
Didaktisch verdichteter Unterrichtsimpuls mit Materialien
LeitfrageWas passiert mit religiösen Fragen, wenn Plattformen und Programme daraus „Bewertungen“ machen – und wie wirkt dabei Datenschutz als Grenze und Ermöglichungsstruktur?
Sobald Religion als bewertbares Profil behandelt wird, geraten Datenschutz, informationelle Selbstbestimmung und religiöse Praxis unter Spannung.
Didaktische Hinweise
Lernende kennen plausible digitale Ergebnisse aus ihrem Alltag und müssen einschätzen, ob sie ihnen trauen können und wer für deren Folgen Verantwortung trägt.
Sie lernen, Verantwortung nicht an Technik abzugeben, sondern Prüfschritte, Regeln und Zuständigkeiten gemeinschaftlich zu begründen.
Einstieg über einen alltagsnahen Fehlerfall statt über eine abstrakte Technikdebatte.
Nicht die technische Funktionsweise von KI steht im Zentrum, sondern Verlässlichkeit, Prüfen, Verantwortung, Fairness und Regelbildung.
Religiöse und nichtreligiöse Perspektiven arbeiten an derselben ethischen Frage, ohne dass eine Position normativ vorgegeben wird.
Satzstarter, Stützhilfen, klar strukturierte Leitfragen und vorstrukturierte Raster entlasten die sprachliche Bearbeitung.
Die Stunde trägt vor allem die Bewegung vom Alltagsmuster zur begründeten Unterscheidung. Die Lernenden sollen merken: Digitale Sichtbarkeit ist nicht automatisch dasselbe wie Verstehen – und Schutzlogiken können Freiheit und Selbstbestimmung sichern.
Kompetenzmatrix
Wahrnehmen und Beschreiben
beschreibt problematische Aussagen in einem KI-Alltagsfall
ordnet Aussagen als prüfbedürftig oder verantwortungsrelevant ein
erklärt den Zusammenhang von Plausibilität, Fehleranfälligkeit und Verantwortung
Analysieren und Vergleichen
entnimmt Kernaussagen aus zwei Stimmen
vergleicht unterschiedliche Verantwortungsvorstellungen und Regelideen
arbeitet Unterschiede und Spannungen zwischen Perspektiven präzise heraus
Urteilen und Begründen
formuliert eine einfache begründete Regel
begründet Regeln mit Fairness, Verantwortung und Schutz
entwickelt ein reflektiertes Regelstatement mit Grenzen und Schutzperspektive
Gestalten und Transferieren
überträgt Einsichten auf Schule, Verein oder Jugendgruppe
entwickelt anwendungsbezogene Regeln für einen konkreten Kontext
reflektiert Regelwirkungen auf Einzelne, Organisationen und Öffentlichkeit
Unterrichtsverlauf
| Phase | Zeit | Verlauf / Lehrkraft | Sozialform | Material |
|---|---|---|---|---|
| Einstieg | 8 Min. | Die Lernenden erhalten eine schematische Beschreibung einer fiktiven digitalen Oberfläche (z. B. „Glaubensfrage trifft zu / trifft nicht zu“, „Interesse hoch/niedrig“) und notieren je zwei Beobachtungen zu „wird sichtbar“ und „bleibt unsichtbar“. Lehrkraft: Kurz einordnen, dass es um ein allgemeines digitales Muster geht – nicht um persönliche Angaben. Ergebnis: Beobachtungen zur Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit durch das Ja/Nein-Schema | Einzelarbeit | M1 |
| Erarbeitung I | 12 Min. | Die Lernenden arbeiten mit kurzen Aussagen aus den beiden UZH-Beiträgen und ordnen sie in drei Felder ein: „Was wird vereinfacht?“, „Was soll geschützt werden?“, „Welche Frage bleibt offen?“. Lehrkraft: Begriffe wie Zuordnung, Selbstbestimmung und Öffentlichkeit sprachlich sichern; strikt bei den vorgegebenen Aussagen bleiben. Ergebnis: Ausgefüllte Vergleichstabelle mit drei kurzen Sätzen | Partnerarbeit | M2 |
| Vertiefung | 10 Min. | Die Lernenden lesen den Wortlaut von Matthäus 22,21 und vervollständigen zwei Satzrahmen: „Der Vers unterscheidet zwischen … und …“ sowie „Für digitale Glaubensbewertung ist das wichtig, weil …“. Lehrkraft: Wortlaut knapp klären, mögliche Deutungen eröffnen, keine „richtige“ Position vorgeben. Ergebnis: Zwei vollständige Deutungssätze | Einzelarbeit | M3 |
| Sicherung und Transfer | 12 Min. | Die Lernenden bearbeiten die Aussage „Wenn eine Plattform Religion bewertet, sollte das immer erlaubt sein“ in einem kurzen Urteilssatz. Lehrkraft: Diskussion so moderieren, dass Unterschiede stehen bleiben dürfen; keine persönliche Bekenntnislage wird abgefragt. Ergebnis: Ein begründeter Urteilssatz (mind. ein Befund aus M2 + ein Gedanke aus den Deutungssätzen) | Einzelarbeit | Plenum | M2, M3 |
Materialien
Material M1
Methode: Satzstarter und Unterstützungsraster (Differenzierung)

Material M2
Methode: Vergleichsmatrix

Material M3
Methode: Satzstarter und Unterstützungsraster (Differenzierung)

Material M4
Methode: Urteil formulieren

Quellen