relipuls · Lehrer:innenblatt

Zugehörigkeit prüfen: Wann kippt ein Wir in Ausgrenzung?

Didaktisch verdichteter Unterrichtsimpuls mit Materialien

LeitfrageWelche bearbeitbare Leitfrage wirft '„Schulkatechese“ im Spannungsfeld von Patriotismus und Nationalismus' auf, die in der Stunde nicht nur beschrieben, sondern pruefend bearbeitet werden soll? Welche Rolle spielt dabei 'Kirchenerkundungen mit Kindern' als pruefende oder irritierende Gegenstimme?

Beitragsbild
Fach Ethik
Zielgruppe Sek I
Dauer 45 Min.
8./9. Klasse an Stadtteilschule oder Gymnasium im Hamburger RUfa. Die Lerngruppe sollte kurze Aussagen vergleichen und erste begründete Urteile formulieren können. Hilfreich ist, wenn die Lernenden schon einmal zwischen Beobachtung und Bewertung unterschieden haben.

Tagesziel

'„Schulkatechese“ im Spannungsfeld von Patriotismus und Nationalismus' liefert heute Anlass und Praxisanker zugleich und wird durch 'Kirchenerkundungen mit Kindern' reflektiert.

Lernprodukte

  • Fallsichtung mit Prüffragen und Verantwortungszuweisung
  • ausgefüllte Vergleichskarte
  • Vergleichstabelle zu Perspektiven
  • Regelprofil
  • Urteilsstatement

Vorbereitung

  • Materialien M1–M4 kopieren oder digital bereitstellen
  • Tafel- oder Folienimpuls mit Leitfrage vorbereiten
  • ggf. Gruppen- oder Partnerbildung vorstrukturieren

Stundenbogen

  1. 1Einstieg
  2. 2Erarbeitung I
  3. 3Erarbeitung II
  4. 4Sicherung
  5. 5Sicherung und Transfer

Didaktische Hinweise

Das bedenkt die Lehrkraft zuerst

Gegenwartsbedeutung

Lernende kennen plausible digitale Ergebnisse aus ihrem Alltag und müssen einschätzen, ob sie ihnen trauen können und wer für deren Folgen Verantwortung trägt.

Zukunftsbedeutung

Sie lernen, Verantwortung nicht an Technik abzugeben, sondern Prüfschritte, Regeln und Zuständigkeiten gemeinschaftlich zu begründen.

Zugangslogik

Einstieg über einen alltagsnahen Fehlerfall statt über eine abstrakte Technikdebatte.

Reduktion

Nicht die technische Funktionsweise von KI steht im Zentrum, sondern Verlässlichkeit, Prüfen, Verantwortung, Fairness und Regelbildung.

Pluralitätssensibilität

Religiöse und nichtreligiöse Perspektiven arbeiten an derselben ethischen Frage, ohne dass eine Position normativ vorgegeben wird.

Sprachliche Unterstützung

Satzstarter, Stützhilfen, klar strukturierte Leitfragen und vorstrukturierte Raster entlasten die sprachliche Bearbeitung.

Didaktische Intention

Mir ist an dieser Stunde wichtig, dass die Lernenden nicht ihre eigene Identität verteidigen müssen, sondern Deutungen von Gemeinschaft prüfen. Das schafft im Hamburger RUfa einen Gesprächsraum, in dem religiöse und nichtreligiöse Perspektiven sachlich aufeinander bezogen werden können.

Risiken

  • Die Stunde kippt in Technikfaszination oder pauschale Technikablehnung.
  • Religiöse Perspektiven werden vorschnell harmonisiert statt wirklich verglichen.
  • Verantwortung wird fälschlich an das Tool delegiert statt bei Menschen und Gemeinschaften verortet.

Kompetenzerwartungen

  • Die Lernenden können sprachliche Signale von Zugehörigkeit in kurzen Aussagen beschreiben.
  • Die Lernenden können drei unterschiedliche Sichtweisen auf Gemeinschaft vergleichen.
  • Die Lernenden können eine christliche Deutung von Zugehörigkeit in eigenen Worten erschließen.
  • Die Lernenden können Beobachtungen aus Aussagen und Deutungen im Gespräch aufeinander beziehen.
  • Die Lernenden können ein begründetes Urteil formulieren, wann ein Wir offen bleibt und wann es ausgrenzend wirkt.

Ablauf

  • Barometer mit zwei Aussagen (8 Min.) Lehrkraft: Gibt die Aussagen vor, markiert die Positionen im Raum und sammelt erste Schlüsselwörter wie „Schutz“, „Zusammenhalt“, „Kritik“ oder „Ausschluss“ an der Tafel.
  • Drei Sichtweisen vergleichen (15 Min.) · M1, M2 Lehrkraft: Formuliert die drei Aussagen selbst an Tafel oder Folie, macht transparent, dass dies didaktisch gebaute Vergleichsaussagen sind, und gibt die Prüffragen vor: Wer gehört dazu? Ist Kritik erlaubt? Wer könnte ausgeschlossen werden?
  • Eine christliche Deutung genauer erschließen (12 Min.) · M3 Lehrkraft: Führt knapp in die christliche Binnenperspektive ein, betont, dass heute mit einer Paraphrase und nicht mit wortgenauer Textanalyse gearbeitet wird, und unterstützt bei der Frage, welche Art von Loyalität und welche Art von Zugehörigkeit hier sichtbar werden.
  • Beobachtungen prüfen und zuspitzen (10 Min.) · M4 Lehrkraft: Moderiert die Verständigung und achtet darauf, dass nicht bloß Schlagwörter gesammelt, sondern Kriterien mit Belegen formuliert werden.
  • Urteil festhalten (8 Min.) Lehrkraft: Gibt Satzstarter vor und sammelt zum Schluss zwei oder drei deutlich unterschiedliche Urteile, ohne auf Einigkeit zu drängen.

Differenzierung: Unterstützung

  • Die drei Vergleichsaussagen knapp und sprachlich klar halten. Signalwörter vorgeben: „wir“, „alle“, „andere“, „Kritik“, „Ordnung“, „Schutz“. Satzstarter nutzen: „Offen wirkt die Aussage, weil …“ / „Eng wird sie dort, wo …“

Differenzierung: Erweiterung

  • Zusätzlich prüfen lassen, ob Loyalität und Kritik Gegensätze sein müssen oder sich in demokratischen Gemeinschaften gerade brauchen.

Kompetenzmatrix

Niveaustufen im Überblick

Wahrnehmen und Beschreiben

Basis

beschreibt problematische Aussagen in einem KI-Alltagsfall

Aufbau

ordnet Aussagen als prüfbedürftig oder verantwortungsrelevant ein

Transfer

erklärt den Zusammenhang von Plausibilität, Fehleranfälligkeit und Verantwortung

Analysieren und Vergleichen

Basis

entnimmt Kernaussagen aus zwei Stimmen

Aufbau

vergleicht unterschiedliche Verantwortungsvorstellungen und Regelideen

Transfer

arbeitet Unterschiede und Spannungen zwischen Perspektiven präzise heraus

Urteilen und Begründen

Basis

formuliert eine einfache begründete Regel

Aufbau

begründet Regeln mit Fairness, Verantwortung und Schutz

Transfer

entwickelt ein reflektiertes Regelstatement mit Grenzen und Schutzperspektive

Gestalten und Transferieren

Basis

überträgt Einsichten auf Schule, Verein oder Jugendgruppe

Aufbau

entwickelt anwendungsbezogene Regeln für einen konkreten Kontext

Transfer

reflektiert Regelwirkungen auf Einzelne, Organisationen und Öffentlichkeit

Unterrichtsverlauf

Tabellarischer Ablauf

Phase Zeit Verlauf / Lehrkraft Sozialform Material
Einstieg 8 Min. Beschreibung der konkreten Lernaktivität in 1-2 Sätzen. Die Lernenden positionieren sich zu zwei Sätzen im Raum: „Wer zu einer Gemeinschaft gehört, sollte sich ihr immer loyal verhalten.“ und „Eine gute Gemeinschaft muss Kritik an sich selbst aushalten.“ Danach notieren sie einen Begründungssatz ins Heft. Lehrkraft: Gibt die Aussagen vor, markiert die Positionen im Raum und sammelt erste Schlüsselwörter wie „Schutz“, „Zusammenhalt“, „Kritik“ oder „Ausschluss“ an der Tafel. Ergebnis: Sichtbares Meinungsbild und ein erster Begründungssatz im Heft. Plenum
Erarbeitung I 15 Min. Beschreibung der konkreten Lernaktivität in 1-2 Sätzen. Die Lernenden arbeiten mit drei kurzen, von der Lehrkraft formulierten Aussagen zu Gemeinschaft: eine offen-demokratische, eine loyalitätsbetonte und eine kritisch-distanzierende. Sie markieren Wörter, die Zugehörigkeit eher öffnen oder eher verengen, und halten zu jeder Aussage eine Beobachtung fest. Lehrkraft: Formuliert die drei Aussagen selbst an Tafel oder Folie, macht transparent, dass dies didaktisch gebaute Vergleichsaussagen sind, und gibt die Prüffragen vor: Wer gehört dazu? Ist Kritik erlaubt? Wer könnte ausgeschlossen werden? Ergebnis: Markierte Aussagen im Heft und drei kurze Beobachtungen pro Gruppe. Gruppenarbeit M1, M2
Erarbeitung II 12 Min. Beschreibung der konkreten Lernaktivität in 1-2 Sätzen. Die Lernenden arbeiten mit einer knappen inhaltlichen Zusammenfassung zweier neutestamentlicher Bezüge: In Römer 13 wird staatliche Ordnung grundsätzlich bejaht; in Philipper 3 wird die Zugehörigkeit der Glaubenden zugleich über politische Zugehörigkeiten hinaus gedacht. Dazu formulieren die Lernenden in Partnerarbeit zwei Deutungssätze: „Das stärkt Gemeinschaft, weil …“ und „Das begrenzt Gemeinschaft, weil …“. Lehrkraft: Führt knapp in die christliche Binnenperspektive ein, betont, dass heute mit einer Paraphrase und nicht mit wortgenauer Textanalyse gearbeitet wird, und unterstützt bei der Frage, welche Art von Loyalität und welche Art von Zugehörigkeit hier sichtbar werden. Ergebnis: Zwei Deutungssätze pro Tandem. Partnerarbeit M3
Sicherung 10 Min. Beschreibung der konkreten Lernaktivität in 1-2 Sätzen. Je zwei Gruppen kommen zusammen und einigen sich auf genau drei Kriterien, an denen sie ein offenes oder ausgrenzendes Wir erkennen wollen. Jedes Kriterium muss mit einer Beobachtung aus den Aussagen oder aus der christlichen Deutung begründet werden. Lehrkraft: Moderiert die Verständigung und achtet darauf, dass nicht bloß Schlagwörter gesammelt, sondern Kriterien mit Belegen formuliert werden. Ergebnis: Drei begründete Prüfkriterien pro Kleingruppe. Gruppenarbeit M4
Sicherung und Transfer 8 Min. Beschreibung der konkreten Lernaktivität in 1-2 Sätzen. Die Lernenden kehren zu einem der Einstiegssätze zurück und verfassen ein kurzes Urteil mit drei Sätzen: Einordnung, Begründung mit zwei Kriterien und ein Bezug zur christlichen Deutung oder zu einer nichtreligiösen Gegenposition aus dem Gespräch. Materialien: Die kopierfertigen Materialien (M1, M2 ...) findest du am Ende dieser Seite. Lehrkraft: Gibt Satzstarter vor und sammelt zum Schluss zwei oder drei deutlich unterschiedliche Urteile, ohne auf Einigkeit zu drängen. Ergebnis: Ein schriftliches Kurzurteil pro Person. Einzelarbeit | Plenum

Materialien

Handouts und Arbeitsblätter

Material M1

Kurzmaterial: Woran erkennt man ein offenes oder ausgrenzendes „Wir“?

Jahrgang: 8/9 Hamburger RUfa: Kontexte für alle Kompetenzfokus: wahrnehmen, beschreiben, erste Deutung

Kurztext:

Ein Fachaufsatz über katholischen Religionsunterricht in Polen lenkt den Blick auf eine wichtige Frage: Gemeinschaft kann Menschen verbinden, aber sie kann auch andere an den Rand drängen. Entscheidend ist nicht nur, dass von Gemeinschaft gesprochen wird, sondern wie das geschieht. Auffällig sind zum Beispiel starke Wir-Erzählungen, betonte Heldenbilder und Auslassungen. Dadurch kann ein Zusammenhalt entstehen, der sich gut und schützend anfühlt. Gleichzeitig kann so ein „Wir“ eng werden, wenn andere Perspektiven kaum vorkommen oder Kritik an der eigenen Gemeinschaft unerwünscht wirkt. Deshalb hilft es, Gemeinschaft nicht sofort zu loben oder abzulehnen, sondern genauer zu prüfen: Wer ist mit „wir“ gemeint? Wer bleibt eher unsichtbar? Ist Kritik möglich? Werden andere Sichtweisen mitgedacht?

Aufgaben:

  1. Unterstreiche im Kurztext vier Wörter oder Formulierungen, die mit Gemeinschaft, Zugehörigkeit oder Ausgrenzung zu tun haben.
  2. Trage deine Beobachtungen in die Tabelle ein.
  3. Formuliere unten zwei Abschlusssätze.
Wort oder Formulierung aus dem KurztextMeine Beobachtung dazu
Wir-ErzählungenEin „Wir“ kann Menschen verbinden, aber auch enger machen.
PrüffrageMeine Beobachtung aus dem Kurztext
Wer wird als „wir“ gedacht?
Wer bleibt eher am Rand oder unsichtbar?
Ist Kritik an der Gemeinschaft möglich?
Was stärkt Zusammenhalt?

Meine zwei Abschlusssätze:

  • Ein starkes Wir ist hilfreich, wenn ...
  • Ein Wir wird problematisch, wenn ...

Satzstarter: - Im Text fällt mir auf, dass ... - Offen wirkt ein „Wir“ dort, wo ... - Eng wird ein „Wir“ dort, wo ... - Kritisch ist für mich, dass ... - Ich erkenne Ausgrenzung daran, dass ... - Zusammenhalt und Kritik passen zusammen, weil ...

Material M2

Drei Vergleichsaussagen zu Gemeinschaft

Jahrgang: 8/9 Hamburger RUfa: A-Teil, drei Sichtweisen im Vergleich Kompetenzfokus: vergleichen, deuten, Kriterien vorbereiten Hinweis: Die drei Aussagen sind für den Unterricht formulierte Vergleichstexte.

Drei kurze Texte:

Text A – offen-demokratisch „Zu unserer Gemeinschaft gehört, wer mitmachen will und die Regeln für alle respektiert. Kritik ist erlaubt, weil sie helfen kann, dass die Gemeinschaft gerechter wird.“

Text B – loyalitätsbetont „Wer zu unserer Gemeinschaft gehört, soll nach außen zusammenhalten und sie schützen. Kritik ist möglich, aber zuerst zählt die Loyalität zur eigenen Gruppe.“

Text C – kritisch-distanzierend „Keine Gemeinschaft ist automatisch gut. Man muss immer fragen, wer übersehen wird und ob das Wort ,wir‘ auch benutzt wird, um andere kleiner zu machen.“

Aufgaben:

  1. Lies alle drei Texte genau.
  2. Markiere in jedem Text Wörter oder Formulierungen, die Zugehörigkeit eher öffnen.
  3. Kreise in jedem Text Wörter oder Formulierungen ein, die Zugehörigkeit eher verengen könnten.
  4. Fülle die Vergleichstabelle aus.
  5. Schreibe unten zu jedem Text eine Kurzbeobachtung. Diese Sätze brauchst du im nächsten Schritt, wenn ihr Prüfkriterien formuliert.
TextWer gehört dazu?Ist Kritik erlaubt?Wer könnte ausgeschlossen werden?Meine Kurzbeobachtung
Aalle, die mitmachen wollen und Regeln für alle respektierenjaMenschen, die gemeinsame Regeln für alle nicht achtenWirkt eher offen, weil Kritik zur Gemeinschaft dazugehört.
B
C

Meine drei Kurzbeobachtungen für den nächsten Schritt:

  • Zu Text A: ...
  • Zu Text B: ...
  • Zu Text C: ...

Signalwörter als Hilfe: wir – alle – andere – Loyalität – Kritik – Schutz – Regeln – ausgeschlossen

Satzstarter: - Die Aussage öffnet Gemeinschaft, weil ... - Die Aussage wird eng an der Stelle, wo ... - Kritik ist hier eher ... erlaubt. - Ausgeschlossen werden könnte ... - Im Vergleich zu Text A/B/C fällt auf, dass ... - Für ein Prüfkriterium ist wichtig, dass ...

Unterstützung: So kannst du vorgehen

  1. Suche zuerst das Wort „wir“ oder eine Formulierung, die sagt, wer dazugehört.
  2. Frage dann: Dürfen Menschen widersprechen oder Kritik äußern?
  3. Frage zuletzt: Wer kommt nicht vor oder könnte leicht ausgeschlossen werden?

Ausführliches Muster an Text B:

  • Wer gehört dazu? Menschen, die zur eigenen Gruppe halten und sie schützen.
  • Ist Kritik erlaubt? Ja, aber nur eingeschränkt, weil Loyalität zuerst genannt wird.
  • Wer könnte ausgeschlossen werden? Menschen, die öffentlich widersprechen oder die Gruppe kritisieren.
  • Kurzbeobachtung: Das „Wir“ wirkt enger, weil Schutz und Loyalität wichtiger erscheinen als offene Kritik.

Material M3

Christliche Binnenperspektive: Zugehörigkeit und Ordnung in eigenen Worten erschließen

Methode: Binnenperspektive lesen

Methodenbeispiel
Beispielillustration zur Methode

Jahrgang: 8/9 Hamburger RUfa: B-Teil, christliche Binnenperspektive Kompetenzfokus: erschließen, deuten, begrenzen

Arbeitsgrundlage: Paraphrase zu zwei neutestamentlichen Bezügen

  • Ein neutestamentlicher Bezug bejaht staatliche Ordnung grundsätzlich: Gemeinschaft braucht Regeln und eine geordnete öffentliche Ordnung.
  • Ein anderer neutestamentlicher Bezug beschreibt die Zugehörigkeit der Glaubenden zugleich als etwas, das über politische Zugehörigkeiten hinausgeht.
  • Daraus entsteht eine Spannung: Christliche Zugehörigkeit kann Loyalität zu einer Gesellschaft stärken, aber sie darf nicht einfach mit Staat, Nation oder einer einzigen politischen Gemeinschaft gleichgesetzt werden.

Mini-Hilfe: - Paraphrase = Wiedergabe in eigenen Worten, nicht der genaue Originalwortlaut - Zugehörigkeit = Wozu oder zu wem jemand sich verbunden sieht - Loyalität = einer Gemeinschaft verbunden bleiben

Aufgaben:

1. Lies die drei Stichpunkte genau. 2. Formuliere in Partnerarbeit zwei Deutungssätze: - Das stärkt Gemeinschaft, weil ... - Das begrenzt Gemeinschaft, weil ... 3. Kreuze an und begründe kurz. 4. Übertrage mindestens einen deiner Deutungssätze unten als Belegsatz für Schritt 4. Diesen Satz nutzt ihr später, wenn ihr drei Prüfkriterien formuliert.

Aussagejaeher jaeher neinneinBegründung in 1 Satz
Die Paraphrase unterstützt Loyalität zu staatlicher Ordnung.
Die Paraphrase setzt Glaubenszugehörigkeit mit Nation gleich.Beispiel: eher nein, weil die Zugehörigkeit über politische Grenzen hinaus gedacht wird.
Die Paraphrase lässt Raum für Kritik an menschlichen Gemeinschaften.

Unsere zwei Deutungssätze:

  • Das stärkt Gemeinschaft, weil ...
  • Das begrenzt Gemeinschaft, weil ...

Belegsatz für den nächsten Schritt:

  • Unser wichtigster Beleg aus der christlichen Deutung lautet: ...

Satzstarter: - Gemeinschaft wird hier gestärkt, weil ... - Gleichzeitig wird Gemeinschaft begrenzt, denn ... - Politische Zugehörigkeit ist wichtig, aber ... - Christliche Zugehörigkeit geht darüber hinaus, weil ... - Problematisch wäre es, wenn man ... - Für unser Kriterium ist wichtig, dass ...

Material M4

Prüfkriterien entwickeln: Wann bleibt ein „Wir“ offen, wann wird es ausgrenzend?

Methode: Kriterien entwickeln (mit Belegen)

Methodenbeispiel
Beispielillustration zur Methode

Jahrgang: 8/9 Hamburger RUfa: Dialogphase Kompetenzfokus: Beobachtungen bündeln, mit Belegen arbeiten, Kriterien formulieren

Aufgabe:

Arbeitet zu viert. Nehmt eure drei Kurzbeobachtungen aus M2 und euren Belegsatz aus M3 dazu. Einigt euch auf genau drei Prüfkriterien, an denen man ein offenes oder ausgrenzendes „Wir“ erkennen kann. Zu jedem Kriterium braucht ihr mindestens einen Beleg aus M2 oder M3.

So geht ihr vor:

  1. Lest euch zuerst eure Kurzbeobachtungen aus M2 und den Belegsatz aus M3 gegenseitig vor.
  2. Sammelt mögliche Kriterien.
  3. Wählt genau drei aus.
  4. Tragt zu jedem Kriterium einen passenden Beleg ein.
PrüfkriteriumWoran erkennt man das?Unser Beleg aus M2 oder M3
Kritik muss möglich sein.Eine Gemeinschaft bleibt offener, wenn Widerspruch nicht sofort als Verrat gilt.Aus M2 Text A: „Kritik ist erlaubt ...“

Mögliche Formulierungen für Kriterien: - Wer dazugehört, wird nicht zu eng festgelegt. - Kritik an der eigenen Gemeinschaft bleibt möglich. - Andere Perspektiven werden nicht ausgeblendet. - Schutz und Loyalität sind nicht wichtiger als Gerechtigkeit. - Zugehörigkeit wird nicht mit einer einzigen Gruppe oder Ordnung gleichgesetzt.

Satzstarter: - Unser Kriterium lautet ... - Daran erkennt man ein offenes „Wir“, weil ... - Ausgrenzend wird es, wenn ... - Als Beleg nehmen wir ... - Das passt zu M2/M3, weil ... - Dieses Kriterium ist wichtig, denn ...