Tagesziel
Wir können nicht nur erläutern, wie persönliches Handeln und systemische Bedingungen bei Biomüll und Trinkwasser zusammenhängen, sondern dazu auch ein begründetes Urteil formulieren.
relipuls · Lehrer:innenblatt
Didaktisch verdichteter Unterrichtsimpuls mit Materialien
LeitfrageDie große Herausforderung ist zu verstehen, dass Umweltverantwortung im Alltag nicht nur von meinem eigenen Verhalten abhängt, sondern auch von Regeln, Infrastrukturen und Fragen der Gerechtigkeit.
Sek II an einer Hamburger Stadtteilschule. Die Lerngruppe braucht keine Vorwissenssicherheit in Umweltethik, aber die Bereitschaft, kurze Videoimpulse auszuhalten, Aussagen zu ordnen und Begründungen nachvollziehbar zu formulieren.
Wir können nicht nur erläutern, wie persönliches Handeln und systemische Bedingungen bei Biomüll und Trinkwasser zusammenhängen, sondern dazu auch ein begründetes Urteil formulieren.
Didaktische Hinweise
Die Stunde soll schnelle Selbstgewissheit bremsen, ohne Verantwortung kleinzureden. Ethische Urteile werden tragfähiger, wenn die Lernenden zwischen persönlichem Handeln und systemischen Bedingungen unterscheiden.
Unterrichtsverlauf
| Phase | Zeit | Verlauf / Lehrkraft | Sozialform | MAT |
|---|
Materialien
M1
M2
M3
M4
Material M1
Jahrgang: Sek II | Modulfeld: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit | Kompetenzfokus: Orientierungskompetenz (R,G) + Urteilskompetenz (U)
Auftrag
Schau dir den Film „Was geht noch beim Biomüll?" an und notiere allein:
1. Welche Alltagsregel zum Biomüll macht dich unsicher?
2. Wer könnte von dieser Unsicherheit betroffen sein?
Ergänze danach beim Film „Was läuft falsch beim Trinkwasser?":
3. Welche systemischen Aspekte (über mein eigenes Verhalten hinaus) spielen hier eine Rolle?
Satzstarter
- Mich macht unsicher, dass …
- Davon könnten besonders … betroffen sein, weil …
- Über mein eigenes Handeln hinaus geht es auch um …
Link zum ersten Film: https://planet-schule.de/schwerpunkt/the-green-garage/green-garage-biomuell-film-100.html
Link zum zweiten Film: https://planet-schule.de/schwerpunkt/the-green-garage/green-garage-trinkwasser-film-100.html
Material M2
Methode: Partnerarbeit (Prüffragen & Verantwortung klären)

Jahrgang: Sek II | Modulfeld: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit | Kompetenzfokus: Dialogkompetenz (D) + Urteilskompetenz (U)
Auftrag
Ordnet die acht Aussagen gemeinsam in Partnerarbeit auf einer Achse ein:
eher individuell ←→ auch systemisch
Begründet jede Zuordnung mit mindestens einem Satz.
Aussagen
1. „Jeder sollte seinen Biomüll richtig trennen, dann wäre das Problem schon halb gelöst."
2. „In manchen Städten gibt es gar keine Biotonne – da kann ich als Einzelner wenig machen."
3. „Wasser sparen im Alltag ist wichtig, auch wenn ich nur wenig verbrauche."
4. „Landwirtschaft und Industrie verbrauchen viel mehr Wasser als Privathaushalte."
5. „Wer Lebensmittel wegwirft, sollte ein schlechtes Gewissen haben."
6. „Supermärkte und die Lebensmittelindustrie vernichten riesige Mengen, bevor sie überhaupt im Laden sind."
7. „Ich kann mich entscheiden, weniger Fleisch zu essen und damit meinen CO₂-Fußabdruck zu senken."
8. „Die Massentierhaltung und ihre Methan-Emissionen sind ein systemisches Problem, das politisch gelöst werden muss."
Tipp zur Begründung
Nutzt die Formulierungen: „Das ist eher individuell, weil …" oder „Das ist auch systemisch, weil …"
Material M3
Methode: Begründungsgerüst mit Perspektivenvergleich (Fakt–Wert–Folge–Gerechtigkeit)

Jahrgang: Sek II | Modulfeld: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit | Kompetenzfokus: Urteilskompetenz (U) + Dialogkompetenz (D)
Auftrag
Wählt eine Zuordnung aus M2 aus. Bearbeitet sie mit dem folgenden Gerüst und vergleicht sie mit der biblischen Perspektive.
Gerüst
- **Fakt * :** Was ist hier sachlich der Fall?
- Wert: Welcher Wert oder welche Verantwortung steht dahinter?
- Folge: Welche Folgen hat das für Menschen, Umwelt oder zukünftige Generationen?
- **Gerechtigkeit * :** Wer trägt die Lasten, wer hat die Handlungsspielräume?
_* Pflicht_
Biblische Stimme (Genesis 2,15)
„Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn bebaue und bewahrte."
Weitere kurze Stimmen zur Auswahl (wählt mindestens eine weitere):
A) „Umweltschutz ist vor allem eine Frage persönlicher Gewohnheiten und Konsumentscheidungen." (nichtreligiöse, individualistische Perspektive)
B) „Die Verantwortung für die Schöpfung ist eine gemeinschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe, nicht nur eine private." (religiöse, gemeinschaftliche Perspektive)
Abschlussfrage
Inwiefern stimmt die biblische Perspektive mit eurer Zuordnung überein oder widerspricht ihr? Formuliert einen begründeten Satz.
Material M4
Methode: Gemeinsamer Urteilssatz im Plenum
Jahrgang: Sek II | Modulfeld: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit | Kompetenzfokus: Urteilskompetenz (U)
Auftrag
Stellt eure Ergebnisse aus M3 kurz vor. Formuliert dann gemeinsam im Plenum einen Urteilssatz zur Frage:
Wie kann faire Verantwortung in Alltagsthemen wie Biomüll und Trinkwasser aussehen?
Satzstarter für den gemeinsamen Urteilssatz
- Faire Verantwortung bedeutet, dass …
- Es reicht nicht aus, nur … zu tun, sondern wir brauchen auch …
- Zwischen persönlichem Handeln und systemischen Veränderungen sollte …
Transferfrage (für die Tafel)
Auf welche anderen Alltagsthemen (Kleidung, Ernährung, Mobilität) lässt sich dieser Urteilssatz übertragen?
Quellen