Tagesziel
Aus 'Was geht noch beim Biomüll?' wird ein Unterrichtsgang, der ueber 'Was läuft falsch beim Trinkwasser?' konkret wird und durch 'Arbeit' reflektiert wird.
relipuls · Lehrer:innenblatt
Didaktisch verdichteter Unterrichtsimpuls mit Materialien
LeitfrageWelche Herausforderung zeigt 'Was geht noch beim Biomüll?', und wie wird sie ueber 'Was läuft falsch beim Trinkwasser?' fuer die Lerngruppe konkret bearbeitbar? Welche Rolle spielt dabei 'Arbeit' als pruefende oder irritierende Gegenstimme?
Aus 'Was geht noch beim Biomüll?' wird ein Unterrichtsgang, der ueber 'Was läuft falsch beim Trinkwasser?' konkret wird und durch 'Arbeit' reflektiert wird.
Didaktische Hinweise
Lernende kennen plausible digitale Ergebnisse aus ihrem Alltag und müssen einschätzen, ob sie ihnen trauen können und wer für deren Folgen Verantwortung trägt.
Sie lernen, Verantwortung nicht an Technik abzugeben, sondern Prüfschritte, Regeln und Zuständigkeiten gemeinschaftlich zu begründen.
Einstieg über einen alltagsnahen Fehlerfall statt über eine abstrakte Technikdebatte.
Nicht die technische Funktionsweise von KI steht im Zentrum, sondern Verlässlichkeit, Prüfen, Verantwortung, Fairness und Regelbildung.
Religiöse und nichtreligiöse Perspektiven arbeiten an derselben ethischen Frage, ohne dass eine Position normativ vorgegeben wird.
Satzstarter, Stützhilfen, klar strukturierte Leitfragen und vorstrukturierte Raster entlasten die sprachliche Bearbeitung.
Die Stunde soll schnelle Selbstgewissheit bremsen, ohne Verantwortung kleinzureden. Ethische Urteile werden tragfähiger, wenn die Lernenden zwischen persönlichem Handeln und systemischen Bedingungen unterscheiden.
Kompetenzmatrix
Wahrnehmen und Beschreiben
beschreibt problematische Aussagen in einem KI-Alltagsfall
ordnet Aussagen als prüfbedürftig oder verantwortungsrelevant ein
erklärt den Zusammenhang von Plausibilität, Fehleranfälligkeit und Verantwortung
Analysieren und Vergleichen
entnimmt Kernaussagen aus zwei Stimmen
vergleicht unterschiedliche Verantwortungsvorstellungen und Regelideen
arbeitet Unterschiede und Spannungen zwischen Perspektiven präzise heraus
Urteilen und Begründen
formuliert eine einfache begründete Regel
begründet Regeln mit Fairness, Verantwortung und Schutz
entwickelt ein reflektiertes Regelstatement mit Grenzen und Schutzperspektive
Gestalten und Transferieren
überträgt Einsichten auf Schule, Verein oder Jugendgruppe
entwickelt anwendungsbezogene Regeln für einen konkreten Kontext
reflektiert Regelwirkungen auf Einzelne, Organisationen und Öffentlichkeit
Unterrichtsverlauf
| Phase | Zeit | Verlauf / Lehrkraft | Sozialform | Material |
|---|---|---|---|---|
| Einstieg | 10 Min. | Die Lernenden sehen den Biomüll-Clip und notieren zunächst allein, welche Alltagsregel sie unsicher macht und wer davon betroffen sein könnte. Lehrkraft: Hält die Leitfrage „Was kann ich steuern – und was nicht?“ sichtbar und sammelt erste Stichworte im Plenum. Ergebnis: Notizen zu Regeln, Unsicherheiten und ersten Verantwortungsfragen. | Einzelarbeit → Plenum | M1 |
| Zweiter Clip und Perspektivwechsel | 8 Min. | Die Lernenden sehen den Trinkwasser-Clip und ergänzen ihre Notizen um systemische Aspekte, die über das eigene Verhalten hinausgehen. Lehrkraft: Verbindet beide Clips über die gemeinsame Spannung zwischen Alltagshandeln und größeren Zusammenhängen. Ergebnis: Erweiterte Notizen, die den Wechsel von persönlicher Handlung zur Systemebene sichtbar machen. | Einzelarbeit → Plenum | M1 |
| Aussagen sortieren und begründen | 12 Min. | Die Lernenden erhalten kurze Aussagen zu den beiden Themen und ordnen sie entlang der Achse „eher individuell“ versus „auch systemisch“, begründen ihre Zuordnung und vergleichen sie mit den Beobachtungen aus den Clips. Lehrkraft: Moderiert die Sortierung und achtet darauf, dass Begründungen im Vordergrund bleiben. Ergebnis: Sortierte und begründete Zuordnungen auf einem gemeinsamen Blatt oder der Tischfläche. | Partnerarbeit | M2 |
| Begründung vertiefen und religiöse Perspektiven einbeziehen | 10 Min. | Die Lernenden wählen eine Zuordnung aus und arbeiten sie mit dem Gerüst Fakt – Wert – Folge – Gerechtigkeit aus; dabei lesen sie zusätzlich eine kurze biblische Stimme zur Verantwortung für die Schöpfung und vergleichen sie mit anderen religiösen oder nichtreligiösen Begründungen. Lehrkraft: Stellt die biblische Perspektive (Gen 2,15) sowie zwei weitere kurze Stimmen bereit und unterstützt bei der Verknüpfung. Ergebnis: Ausgearbeitete Begründung zu einer Aussage mit mindestens zwei verglichenen Perspektiven. | Partner- oder Gruppenarbeit | M3 |
| Sicherung | 5 Min. | Die Lernenden stellen ihre Ergebnisse kurz vor und formulieren gemeinsam einen Urteilssatz zur Frage, wie faire Verantwortung in solchen Alltagsthemen aussehen kann. Lehrkraft: Sichert zentrale Begriffe und hält den Transfer auf andere Bereiche offen. Ergebnis: Gemeinsam formulierter Urteilssatz mit Transferfrage. | Plenum | M4 |
Materialien
M1
M2
M3
M4
Material M1
Jahrgang: Sek II | Modulfeld: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit | Kompetenzfokus: Orientierungskompetenz (R,G) + Urteilskompetenz (U) Auftrag Schau dir den Film „Was geht noch beim Biomüll?“ an und notiere allein: 1. Welche Alltagsregel zum Biomüll macht dich unsicher? 2. Wer könnte von dieser Unsicherheit betroffen sein?
Ergänze danach beim Film „Was läuft falsch beim Trinkwasser?“: 3. Welche systemischen Aspekte (über mein eigenes Verhalten hinaus) spielen hier eine Rolle?
Satzstarter - Mich macht unsicher, dass … - Davon könnten besonders … betroffen sein, weil … - Über mein eigenes Handeln hinaus geht es auch um …
Link zum ersten Film: https://planet-schule.de/schwerpunkt/the-green-garage/green-garage-biomuell-film-100.html Link zum zweiten Film: https://planet-schule.de/schwerpunkt/the-green-garage/green-garage-trinkwasser-film-100.html
Material M2
Methode: Partnerarbeit (Prüffragen & Verantwortung klären)

Jahrgang: Sek II | Modulfeld: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit | Kompetenzfokus: Dialogkompetenz (D) + Urteilskompetenz (U) Auftrag Ordnet die acht Aussagen gemeinsam in Partnerarbeit auf einer Achse ein: eher individuell ←→ auch systemisch Begründet jede Zuordnung mit mindestens einem Satz.
Aussagen 1. „Jeder sollte seinen Biomüll richtig trennen, dann wäre das Problem schon halb gelöst.“ 2. „In manchen Städten gibt es gar keine Biotonne – da kann ich als Einzelner wenig machen.“ 3. „Wasser sparen im Alltag ist wichtig, auch wenn ich nur wenig verbrauche.“ 4. „Landwirtschaft und Industrie verbrauchen viel mehr Wasser als Privathaushalte.“ 5. „Wer Lebensmittel wegwirft, sollte ein schlechtes Gewissen haben.“ 6. „Supermärkte und die Lebensmittelindustrie vernichten riesige Mengen, bevor sie überhaupt im Laden sind.“ 7. „Ich kann mich entscheiden, weniger Fleisch zu essen und damit meinen CO₂-Fußabdruck zu senken.“ 8. „Die Massentierhaltung und ihre Methan-Emissionen sind ein systemisches Problem, das politisch gelöst werden muss.“
Tipp zur Begründung Nutzt die Formulierungen: „Das ist eher individuell, weil …“ oder „Das ist auch systemisch, weil …“
Material M3
Methode: Begründungsgerüst mit Perspektivenvergleich (Fakt–Wert–Folge–Gerechtigkeit)

Jahrgang: Sek II | Modulfeld: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit | Kompetenzfokus: Urteilskompetenz (U) + Dialogkompetenz (D) Auftrag Wählt eine Zuordnung aus M2 aus. Bearbeitet sie mit dem folgenden Gerüst und vergleicht sie mit der biblischen Perspektive.
Gerüst - Fakt: Was ist hier sachlich der Fall? - Wert: Welcher Wert oder welche Verantwortung steht dahinter? - Folge: Welche Folgen hat das für Menschen, Umwelt oder zukünftige Generationen? - Gerechtigkeit: Wer trägt die Lasten, wer hat die Handlungsspielräume?
Biblische Stimme (Genesis 2,15) „Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn bebaute und bewahrte.“
Weitere kurze Stimmen zur Auswahl (wählt mindestens eine weitere): A) „Umweltschutz ist vor allem eine Frage persönlicher Gewohnheiten und Konsumentscheidungen.“ (nichtreligiöse, individualistische Perspektive) B) „Die Verantwortung für die Schöpfung ist eine gemeinschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe, nicht nur eine private.“ (religiöse, gemeinschaftliche Perspektive)
Abschlussfrage Inwiefern stimmt die biblische Perspektive mit eurer Zuordnung überein oder widerspricht ihr? Formuliert einen begründeten Satz.
Material M4
Methode: Gemeinsamer Urteilssatz im Plenum

Jahrgang: Sek II | Modulfeld: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit | Kompetenzfokus: Urteilskompetenz (U) Auftrag Stellt eure Ergebnisse aus M3 kurz vor. Formuliert dann gemeinsam im Plenum einen Urteilssatz zur Frage: Wie kann faire Verantwortung in Alltagsthemen wie Biomüll und Trinkwasser aussehen?
Satzstarter für den gemeinsamen Urteilssatz - Faire Verantwortung bedeutet, dass … - Es reicht nicht aus, nur … zu tun, sondern wir brauchen auch … - Zwischen persönlichem Handeln und systemischen Veränderungen sollte …
Transferfrage (für die Tafel) Auf welche anderen Alltagsthemen (Kleidung, Ernährung, Mobilität) lässt sich dieser Urteilssatz übertragen?
Quellen