# Wenn ein Chatbot tröstet: Freundschaft und Verantwortung prüfen

Didaktisch verdichteter Unterrichtsimpuls mit Materialien

- Ausgabe: 26. Mai 2026
- Fach: Religion
- Zielgruppe: Sek I
- Dauer: 45 Min.

## Didaktische Hinweise

### Didaktische Intention

**Warum:** Jugendliche sollen über digitale Nähe sprechen können, ohne dass Erfahrungen mit Einsamkeit, Religion oder Chatbots offengelegt werden müssen.
**Was:** Sie unterscheiden zunächst Bedürfnisse und Funktionen, erschließen danach mehrere Beziehungsdeutungen und prüfen schließlich die Grenze zwischen hilfreicher Antwort und wechselseitiger Freundschaft.
**Wozu:** Sie gewinnen ein differenziertes Urteil: Ein Chatbot kann sich unterstützend anfühlen und trotzdem kein verlässlicher Ersatz für menschliche Beziehung oder professionelle Hilfe in einer Krise sein.


### Risiken

- Alle Chats und Fälle sind fiktiv. Niemand muss von eigenen Chats, Gefühlen, Religionen oder Krisen erzählen.
- Lernende dürfen bei Positionierungsfragen mit einer Beobachterkarte arbeiten oder passen.
- Wird im Unterricht akute Not sichtbar, wird nicht weiter diskutiert: Die Lehrkraft bietet zeitnah ein vertrauliches Gespräch und geeignete schulische bzw. professionelle Hilfe an.
- Keine Plattform wird im Unterricht ausprobiert; private Daten und intime Anliegen gehören nicht in einen KI-Testchat.

### Kompetenzerwartungen

- Die Lernenden beschreiben, welche Bedürfnisse in einer fiktiven Chatszene angesprochen werden.
- Sie vergleichen Kriterien für Beziehung aus drei religiösen Perspektiven und einer nichtreligiösen Position, ohne sie gleichzusetzen.
- Sie erschließen Bubers Unterscheidung von Ich-Du und Ich-Es an einem Fallbeispiel als didaktische Paraphrase.
- Sie formulieren ein kriterienbezogenes Urteil und eine alltagstaugliche Schutzregel.

### Ablauf

1. **Ein erfundener Nacht-Chat - hilfreich oder heikel? (5 Min.)**
   Lesen M1 und markieren nach der dort erklärten Legende: B, H, ?. Lehrkraft: Liest den Einstiegssatz aus dem Schnellstart vor.
   Lehrkraft: Liest den Einstiegssatz aus dem Schnellstart vor.
   Material: M1
   Ergebnis: Drei Markierungen am Fall; noch kein Gesamturteil.
Hinweis: Drei Textmarkerfarben oder alternativ die Zeichen B (Bedürfnis), H (hilfreich), ? (offene Frage/Risiko).

1. **Welche Frage steckt darin? (5 Min.)**
   Wählen eine Fragekarte aus M2, die der fiktiven Person helfen könnte, über Trost und Freundschaft nachzudenken. Sie begründen ihre Wahl aus der Rolle einer beobachtenden Person.
   Lehrkraft: Sammelt Fragen anonym an der Tafel; keine Abfrage persönlicher Positionen.
   Material: M2
   Ergebnis: Gemeinsame Leitfrage, z. B.: Kann eine Antwort trösten, auch wenn keine gegenseitige Beziehung dahintersteht?

1. **Vier Sichtweisen auf Beziehung (A-Teil) (11 Min.)**
   Bearbeiten in einer Expertengruppe eine Karte aus M3; danach sitzt in jeder Austauschgruppe möglichst eine Person pro Perspektive. Jede Person füllt mit den Kurzberichten alle vier Zeilen in M5.
   Lehrkraft: Macht sichtbar, dass religiöse Stimmen nicht auf dieselbe Aussage reduziert werden und die nichtreligiöse Perspektive kein Ersatz für sie ist.
   Material: M3, M5
   Ergebnis: Vergleichsraster mit jüdisch-dialogischer, christlicher, muslimischer und nichtreligiöser Perspektive.

1. **Buber genauer lesen - Antwort oder Begegnung? (B-Teil) (8 Min.)**
   Lesen die didaktische Paraphrase in M4, wenden Ich-Es und Ich-Du auf den Chat an und notieren eine begründete Grenze.
   Lehrkraft: Kennzeichnet M4 ausdrücklich als Paraphrase, nicht als Originalzitat oder als vollständige Darstellung jüdischen Denkens.
   Material: M4, M5
   Ergebnis: Ein Buber-bezogener Prüfsatz als Vertiefung der jüdisch-dialogischen Perspektive.

1. **Dialog - was folgt daraus, was nicht? (7 Min.)**
   Prüfen ihre vier vollständig ausgefüllten M5-Zeilen und formulieren die beiden Dialogsätze auf dem Blatt.
   Lehrkraft: Verhindert Schnellurteile wie KI ist immer schlecht oder Religionen sagen alle dasselbe; fragt nach dem jeweils verwendeten Kriterium.
   Material: M5
   Ergebnis: Ein differenzierender Dialogsatz mit benanntem Kriterium.

1. **Urteilsanker und Schutzregel (6 Min.)**
   Formulieren mit M6 einen Urteilssatz und eine Schutzregel. Beiträge im Galeriegang bleiben anonym und freiwillig.
   Lehrkraft: Sichert Kriterien, nicht private Geschichten.
   Material: M6
   Ergebnis: Persönlich verantwortbares, aber nicht bekenntnishaft erzwungenes Urteil.


### Differenzierung

## Leitfrage

Ein Chatbot antwortet sofort und freundlich, wenn jemand sich allein fühlt. Was kann daran hilfreich sein - und woran erkennen wir Grenzen gegenüber Freundschaft und verlässlicher menschlicher Hilfe?

## Tagesziel

Die Lernenden prüfen an einem fiktiven KI-Chat, welche Bedürfnisse angesprochen werden, vergleichen drei religiöse und eine nichtreligiöse Perspektive auf Beziehung und formulieren ein begründetes Urteil mit einer Schutzregel für den Alltag.

## Didaktischer Kern

**Warum:** Jugendliche sollen über digitale Nähe sprechen können, ohne dass Erfahrungen mit Einsamkeit, Religion oder Chatbots offengelegt werden müssen.
**Was:** Sie unterscheiden zunächst Bedürfnisse und Funktionen, erschließen danach mehrere Beziehungsdeutungen und prüfen schließlich die Grenze zwischen hilfreicher Antwort und wechselseitiger Freundschaft.
**Wozu:** Sie gewinnen ein differenziertes Urteil: Ein Chatbot kann sich unterstützend anfühlen und trotzdem kein verlässlicher Ersatz für menschliche Beziehung oder professionelle Hilfe in einer Krise sein.

## Unterrichtsverlauf

### Einstieg (5 Min.)

Lesen M1 und markieren nach der dort erklärten Legende: B, H, ?. Lehrkraft: Liest den Einstiegssatz aus dem Schnellstart vor.

- Lehrkraft: Liest den Einstiegssatz aus dem Schnellstart vor.
- Sozialform: Partnerarbeit
- Material: M1
- Ergebnis: Drei Markierungen am Fall; noch kein Gesamturteil.
Hinweis: Drei Textmarkerfarben oder alternativ die Zeichen B (Bedürfnis), H (hilfreich), ? (offene Frage/Risiko).

### Welche Frage steckt darin? (5 Min.)

Wählen eine Fragekarte aus M2, die der fiktiven Person helfen könnte, über Trost und Freundschaft nachzudenken. Sie begründen ihre Wahl aus der Rolle einer beobachtenden Person.

- Lehrkraft: Sammelt Fragen anonym an der Tafel; keine Abfrage persönlicher Positionen.
- Sozialform: Einzelarbeit, anschließend anonymes Sammeln
- Material: M2
- Ergebnis: Gemeinsame Leitfrage, z. B.: Kann eine Antwort trösten, auch wenn keine gegenseitige Beziehung dahintersteht?

### Vier Sichtweisen auf Beziehung (A-Teil) (11 Min.)

Bearbeiten in einer Expertengruppe eine Karte aus M3; danach sitzt in jeder Austauschgruppe möglichst eine Person pro Perspektive. Jede Person füllt mit den Kurzberichten alle vier Zeilen in M5.

- Lehrkraft: Macht sichtbar, dass religiöse Stimmen nicht auf dieselbe Aussage reduziert werden und die nichtreligiöse Perspektive kein Ersatz für sie ist.
- Sozialform: Expertengruppen, anschließend Vierer-Austausch
- Material: M3, M5
- Ergebnis: Vergleichsraster mit jüdisch-dialogischer, christlicher, muslimischer und nichtreligiöser Perspektive.

### Vertiefung (8 Min.)

Lesen die didaktische Paraphrase in M4, wenden Ich-Es und Ich-Du auf den Chat an und notieren eine begründete Grenze.

- Lehrkraft: Kennzeichnet M4 ausdrücklich als Paraphrase, nicht als Originalzitat oder als vollständige Darstellung jüdischen Denkens.
- Sozialform: Partnerarbeit
- Material: M4, M5
- Ergebnis: Ein Buber-bezogener Prüfsatz als Vertiefung der jüdisch-dialogischen Perspektive.

### Dialog - was folgt daraus, was nicht? (7 Min.)

Prüfen ihre vier vollständig ausgefüllten M5-Zeilen und formulieren die beiden Dialogsätze auf dem Blatt.

- Lehrkraft: Verhindert Schnellurteile wie KI ist immer schlecht oder Religionen sagen alle dasselbe; fragt nach dem jeweils verwendeten Kriterium.
- Sozialform: Gruppenpuzzle
- Material: M5
- Ergebnis: Ein differenzierender Dialogsatz mit benanntem Kriterium.

### Sicherung und Transfer (6 Min.)

Formulieren mit M6 einen Urteilssatz und eine Schutzregel. Beiträge im Galeriegang bleiben anonym und freiwillig.

- Lehrkraft: Sichert Kriterien, nicht private Geschichten.
- Sozialform: Einzelarbeit / freiwilliger Galeriegang
- Material: M6
- Ergebnis: Persönlich verantwortbares, aber nicht bekenntnishaft erzwungenes Urteil.

## Materialien

- M1: Fiktiver Chatfall: `Noch wach?`
- M2: Fragekarten aus der Beobachterrolle
- M3: Expertengruppen für den A-Teil
- M31: Perspektivkarten
- M4: B-Teil: Buber-Paraphrase zur Fallprüfung
- M5: Vergleichsraster
- M6: Urteilsanker und Schutzregel

## Ausgangstext

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# Wenn ein Chatbot tröstet: Freundschaft und Verantwortung prüfen
**Datum:** 26. Mai 2026 | **Unterrichtsrahmen:** 45 Minuten

Ein Kollege erzählt von einer KI-App mit besonders ausgebauter emotionaler Intelligenz: „Die antworten immer empathisch, ohne Geduld zu verlieren perfekt bei Frust.“ Ich habe genickt, aber im Magen blieb ein flaues Gefühl.  Schnell, freundlich, ohne Ungeduld - ja, genau so funktionieren Large Language Models. Aber darf man diese perfekt simulierte, digitale Nähe wirklich mit Trost oder echter Freundschaft verwechseln?

Schüler:innen hatten auch schon davon erzählt. - Was passiert mit ihnen, wenn sie in einer einsamen Nacht Zuflucht bei einem Algorithmus suchen, der sich zwar wie ein Freund anfühlt, aber letztlich nur statistische Wahrscheinlichkeiten ausgibt? Ein echter Mensch übernimmt Verantwortung, das kostet Kraft und Zeit. Manchmal bin ich einfach zu erschöpft. Ein Bot hingegen schaltet nicht ab, er hat scheinbar unendlich Zeit und Geduld - aber er hat eben auch kein Herz. Wo endet das hilfreiche Werkzeug und wo beginnt die Grenze zu einer echten, wechselseitigen Beziehung?

#### PODCAST: Einführender Podcast für Lehrkräfte
![](https://relipuls.de/storage/KI_Chatbots_sind_keine_echten_Freunde.m4a)

#### INFO: Zielgruppe
Klasse 9 Sek I. Einige sind mitten in der Pubertät.  Einige Schüler:innen brauchen besondere Unterstützung und Aufmerksamkeit.

#### HINWEIS: Didaktische Intention
**Warum:** Jugendliche sollen über digitale Nähe sprechen können, ohne dass Erfahrungen mit Einsamkeit, Religion oder Chatbots offengelegt werden müssen.  
**Was:** Sie unterscheiden zunächst Bedürfnisse und Funktionen, erschließen danach mehrere Beziehungsdeutungen und prüfen schließlich die Grenze zwischen hilfreicher Antwort und wechselseitiger Freundschaft.  
**Wozu:** Sie gewinnen ein differenziertes Urteil: Ein Chatbot kann sich unterstützend anfühlen und trotzdem kein verlässlicher Ersatz für menschliche Beziehung oder professionelle Hilfe in einer Krise sein.

#### WARNUNG: Schutz und Gesprächskultur
- Alle Chats und Fälle sind fiktiv. Niemand muss von eigenen Chats, Gefühlen, Religionen oder Krisen erzählen.
- Lernende dürfen bei Positionierungsfragen mit einer Beobachterkarte arbeiten oder passen.
- Wird im Unterricht akute Not sichtbar, wird nicht weiter diskutiert: Die Lehrkraft bietet zeitnah ein vertrauliches Gespräch und geeignete schulische bzw. professionelle Hilfe an.
- Keine Plattform wird im Unterricht ausprobiert; private Daten und intime Anliegen gehören nicht in einen KI-Testchat.

#### CHECK: Kompetenzerwartungen
- Die Lernenden beschreiben, welche Bedürfnisse in einer fiktiven Chatszene angesprochen werden.
- Sie vergleichen Kriterien für Beziehung aus drei religiösen Perspektiven und einer nichtreligiösen Position, ohne sie gleichzusetzen.
- Sie erschließen Bubers Unterscheidung von `Ich-Du` und `Ich-Es` an einem Fallbeispiel als didaktische Paraphrase.
- Sie formulieren ein kriterienbezogenes Urteil und eine alltagstaugliche Schutzregel.



#### TIPP: Praxistipps
**Sensible Situation:**  
Wenn eine Schülerin oder ein Schüler eigene Belastung anspricht, würdige den Hinweis kurz und stoppe die öffentliche Vertiefung: `Danke, dass du das sagst. Das besprechen wir geschützt nach der Stunde.` Bei Hinweisen auf Selbstgefährdung, Gewalt oder akute Not gilt das schulische Schutz- und Krisenverfahren; ein Bot-Chat ist keine Hilfeplanung.

**Tafelbild, das durch die Stunde wächst:**

| KI kann im Moment ... | Für Freundschaft/Hilfe braucht es außerdem ... | Perspektive/Kriterium |
|---|---|---|
| schnell antworten, beruhigend wirken | Verantwortung, Freiheit, erreichbare Menschen | wird von den Lernenden ergänzt |

**Benötigte Vorkenntnisse:**  
Keine. Alle für die Bearbeitung nötigen Kurztexte und Begriffshilfen stehen in den M-Boxen. Die angegebenen Hintergrundquellen dienen der fachlichen Absicherung und müssen für diese 45-Minuten-Stunde nicht zusätzlich gelesen werden.

**Organisation und Zeitreserve:**  
Die Arbeitsphasen umfassen 42 Minuten; 3 Minuten bleiben für Austeilen und Gruppenwechsel. Bei einer Klassengröße, die nicht durch vier teilbar ist, arbeiten einzelne Perspektiven mit zwei Expertinnen/Experten in einer Austauschgruppe. Fehlt eine Perspektive in einer Austauschgruppe, liegt die entsprechende M3-Karte offen auf dem Tisch und wird gemeinsam ergänzt.

**Anpassung an die Lerngruppe**:
Der B-Teil dieser Kurzstunde vertieft exemplarisch die jüdisch-dialogische Perspektive Bubers. Für längere religionenspezifische Lernphasen oder bei anderer Schwerpunktsetzung der Lerngruppe ist die Binnenvertiefung fachlich passend anzupassen; die religiösen Perspektiven werden nicht gegeneinander ausgespielt und nicht zu einer Einheitsaussage harmonisiert.


#### ABLAUF: Ablauf
**Phase 1**: Ein erfundener Nacht-Chat - hilfreich oder heikel?
**Rahmen:** 5 Min. | **Modus:** erkunden | **Sozialform:** Partnerarbeit  
**Lernende:** Lesen M1 und markieren nach der dort erklärten Legende: `B`, `H`, `?`. **Lehrkraft:** Liest den Einstiegssatz aus dem Schnellstart vor.  
**Material:** M1  
**Ergebnis:** Drei Markierungen am Fall; noch kein Gesamturteil.
**Hinweis**: Drei Textmarkerfarben oder alternativ die Zeichen `B` (Bedürfnis), `H` (hilfreich), `?` (offene Frage/Risiko).

**Phase 2**: Welche Frage steckt darin?
**Rahmen:** 5 Min. | **Modus:** erfahren | **Sozialform:** Einzelarbeit, anschließend anonymes Sammeln  
**Lernende:** Wählen eine Fragekarte aus M2, die der fiktiven Person helfen könnte, über Trost und Freundschaft nachzudenken. Sie begründen ihre Wahl aus der Rolle einer beobachtenden Person.  
**Lehrkraft:** Sammelt Fragen anonym an der Tafel; keine Abfrage persönlicher Positionen.  
**Material:** M2  
**Ergebnis:** Gemeinsame Leitfrage, z. B.: `Kann eine Antwort trösten, auch wenn keine gegenseitige Beziehung dahintersteht?`

**Phase 3**: Vier Sichtweisen auf Beziehung (A-Teil)
**Rahmen:** 11 Min. | **Modus:** erkunden | **Sozialform:** Expertengruppen, anschließend Vierer-Austausch  
**Lernende:** Bearbeiten in einer Expertengruppe eine Karte aus M3; danach sitzt in jeder Austauschgruppe möglichst eine Person pro Perspektive. Jede Person füllt mit den Kurzberichten alle vier Zeilen in M5.  
**Lehrkraft:** Macht sichtbar, dass religiöse Stimmen nicht auf dieselbe Aussage reduziert werden und die nichtreligiöse Perspektive kein Ersatz für sie ist.  
**Material:** M3, M5  
**Ergebnis:** Vergleichsraster mit jüdisch-dialogischer, christlicher, muslimischer und nichtreligiöser Perspektive.

**Phase 4**: Buber genauer lesen - Antwort oder Begegnung? (B-Teil)
**Rahmen:** 8 Min. | **Modus:** analysieren | **Sozialform:** Partnerarbeit  
**Lernende:** Lesen die didaktische Paraphrase in M4, wenden `Ich-Es` und `Ich-Du` auf den Chat an und notieren eine begründete Grenze.  
**Lehrkraft:** Kennzeichnet M4 ausdrücklich als Paraphrase, nicht als Originalzitat oder als vollständige Darstellung jüdischen Denkens.  
**Material:** M4, M5  
**Ergebnis:** Ein Buber-bezogener Prüfsatz als Vertiefung der jüdisch-dialogischen Perspektive.

**Phase 5**: Dialog - was folgt daraus, was nicht?
**Rahmen:** 7 Min. | **Modus:** analysieren | **Sozialform:** Gruppenpuzzle  
**Lernende:** Prüfen ihre vier vollständig ausgefüllten M5-Zeilen und formulieren die beiden Dialogsätze auf dem Blatt.  
**Lehrkraft:** Verhindert Schnellurteile wie `KI ist immer schlecht` oder `Religionen sagen alle dasselbe`; fragt nach dem jeweils verwendeten Kriterium.  
**Material:** M5  
**Ergebnis:** Ein differenzierender Dialogsatz mit benanntem Kriterium.

**Phase 6**: Urteilsanker und Schutzregel
**Rahmen:** 6 Min. | **Modus:** analysieren | **Sozialform:** Einzelarbeit / freiwilliger Galeriegang  
**Lernende:** Formulieren mit M6 einen Urteilssatz und eine Schutzregel. Beiträge im Galeriegang bleiben anonym und freiwillig.  
**Lehrkraft:** Sichert Kriterien, nicht private Geschichten.  
**Material:** M6  
**Ergebnis:** Persönlich verantwortbares, aber nicht bekenntnishaft erzwungenes Urteil.

#### MATERIAL: Arbeitshilfe: Wörter und Vorgehen

**Diese Wörter brauchst du:**
- `Bedürfnis`: etwas, das eine Person gerade braucht, z. B. Ruhe, Trost, Sicherheit oder Zuhören.
- `Perspektive`: eine Sichtweise, von der aus eine Frage geprüft wird.
- `Kriterium`: ein Merkmal, mit dem du begründest, z. B. Freiheit, Verantwortung oder Datenschutz.
- `Urteil`: deine begründete Antwort nach dem Vergleich, nicht nur deine spontane Meinung.

**Wenn du nicht weiterweißt:**  
Lies zuerst die fett gedruckte Prüffrage deiner Karte. Suche darin ein wichtiges Wort. Schreibe dann: `Diese Perspektive achtet besonders auf ______.` Damit kannst du M5 beginnen.

#### MATERIAL: M1 Fiktiver Chatfall: `Noch wach?`

**Hinweis:** Dieser Chat ist für den Unterricht erfunden. Er stammt nicht aus einer realen App oder von einer realen Person.

**Person A:** `Heute war alles zu viel. Es ist spät und ich will gerade mit niemandem aus der Klasse schreiben.`  
**Chatbot:** `Das klingt anstrengend. Ich kann dir zuhören. Möchtest du erzählen, was heute schwer war?`  
**Person A:** `Vielleicht. Es ist angenehm, dass du sofort antwortest.`  
**Chatbot:** `Ich bin hier und antworte dir.`  

**So arbeitet ihr zu zweit (4 Minuten):**
1. Markiert mit Farbe oder Zeichen direkt im Chat: `B` = mögliches Bedürfnis von Person A, `H` = etwas, das im Moment hilfreich wirken kann, `?` = offene Frage oder Risiko.
2. Einigt euch unter dem Text auf je ein Stichwort für `B`, `H` und `?`.
3. Gebt nur eure drei Stichworte weiter; ihr sprecht nicht über eigene Erfahrungen.

**Muster für die Arbeitsweise:**  
Bei `Es ist angenehm, dass du sofort antwortest` könnte `H: schnelle Reaktion` stehen. Eure weiteren Markierungen begründet ihr selbst.

#### MATERIAL: M2 Fragekarten aus der Beobachterrolle
**Aufgabe (allein, 3 Minuten):**
1. Lies alle vier Karten.
2. Kreuze eine Frage an, die Person A helfen könnte, genauer über die Situation nachzudenken.
3. Ergänze darunter: `Ich wähle diese Frage, weil sie hilft zu prüfen, ob ...`
4. Gib deine Karte gefaltet oder ohne Namen an die Lehrkraft. Niemand beantwortet die Frage über sich selbst.

[ ] Was tut gerade gut: schnelle Antwort, Zustimmung, Rat oder dass jemand wirklich Verantwortung übernimmt?

[ ] Woran könnte Person A merken, ob weitere menschliche Hilfe nötig ist?

[ ] Was gehört zu Freundschaft, das eine freundliche Nachricht allein noch nicht beweist?

[ ] Darf ein Chatbot hilfreich sein, auch wenn er kein Freund ist? Begründe.

#### MATERIAL: M3 Expertengruppen für den A-Teil

**Aufgabe für die Expertengruppe (6 Minuten):**
1. Lest eure Karte laut und klärt die Begriffshilfe.
2. Unterstreicht ein Kriterium, das für Beziehung wichtig wird.
3. Formuliert gemeinsam einen Kurzbericht: `Unsere Perspektive fragt am Chat vor allem: ...`
4. Jede Person notiert Kriterium und Kurzbericht in der passenden Zeile von M5. Anschließend erklärt ihr eure Karte in der Austauschgruppe.

**Satzstarter für den Kurzbericht:**  
`Unsere Perspektive achtet besonders auf ______. Deshalb fragt sie an den Chat: ______.`

#### CARDS: M31 Perspektivkarten

**A. Jüdisch-dialogische Perspektive: Martin Buber**  
Martin Buber, ein jüdischer Religionsphilosoph, unterscheidet Beziehungen, in denen ein Gegenüber als verfügbares Mittel behandelt wird, von Begegnungen mit einem freien `Du`.  
**Begriffshilfe:** `dialogisch` bedeutet: auf Begegnung und Antwort zwischen Gegenübern bezogen.  
**Prüffrage:** Welche Bedeutung hat es für Freundschaft, dass ein Gegenüber nicht von mir programmiert oder verfügbar ist?
---
**B. Christliche Perspektive: Freundschaft im Johannesevangelium**  
In Joh 15,12-17 wird Freundschaft mit Liebe, Zuwendung und einem Auftrag füreinander verbunden. Die Quelle spricht aus einem christlichen Glaubenszusammenhang; sie ist keine allgemeine Definition aller Freundschaften.  
**Begriffshilfe:** `Joh 15,12-17` bezeichnet einen Abschnitt im Johannesevangelium des Neuen Testaments.  
**Prüffrage:** Welche Formen von Fürsorge und Verbindlichkeit würden über eine sofortige Antwort hinausgehen?
---
**C. Muslimische Perspektive: Verschiedenheit und Kennenlernen in Sure 49:13**  
Sure 49:13 verbindet menschliche Verschiedenheit mit dem Auftrag, einander kennenzulernen, und weist Überheblichkeit zurück. Die Schlussfolgerung zur KI muss erst diskutiert werden; sie steht nicht einfach im Vers.  
**Begriffshilfe:** `Sure 49:13` bezeichnet einen Vers im Koran; eine Sure ist ein Kapitel des Korans.  
**Prüffrage:** Was bedeutet `einander kennenlernen`, wenn ein Gegenüber keine eigene Lebensgeschichte und Verantwortung hat?
---
**D. Nichtreligiöse Perspektive: Medienethik und Fürsorge**  
Digitale Angebote können erreichbar sein und Entlastung vermitteln. Bei privaten Daten, Abhängigkeit oder schwerer Belastung braucht es Schutz, Transparenz und erreichbare Menschen, die Verantwortung übernehmen können.  
**Begriffshilfe:** `Medienethik` fragt, wie digitale Angebote verantwortbar genutzt und gestaltet werden können.  
**Prüffrage:** Welche Nutzung wäre hilfreich, und wann braucht Person A eine andere Form der Unterstützung?

#### MATERIAL: M4 B-Teil: Buber-Paraphrase zur Fallprüfung

**Hinweis für euch:** Der folgende Text ist vereinfacht nach Martin Bubers `Ich und Du` formuliert. Er ist kein Originalzitat. `Ich-Es` und `Ich-Du` beschreiben hier zwei Arten, auf ein Gegenüber zu schauen.

Ein Gegenüber kann mir als `Es` begegnen, wenn ich es benutze, einordne oder verfügbar mache. Eine `Ich-Du`-Begegnung lässt sich nicht herstellen wie ein Werkzeug: Das andere Gegenüber bleibt frei und nicht vollständig kontrollierbar.  

**So bearbeitet ihr M4 zu zweit (8 Minuten):**
1. Schaut auf eure `H`-Markierung in M1: Schreibt eine hilfreiche Funktion des Chatbots auf: `Der Chatbot kann ...`
2. Kreist in der Paraphrase zwei Wörter ein, die erklären, was nach Buber zu Begegnung gehört.
3. Ergänzt euren Prüfsatz: `Der Chatbot kann ______. Aber nach Buber fehlt für Begegnung ______, weil ______.`
4. Übertragt diesen Satz in die Buber-Zeile von M5 oder verbessert eure erste Zeile.

**Muster für die Satzform:**  
`Der Chatbot kann schnell antworten. Aber nach Buber fehlt für Begegnung ein freies Gegenüber, weil der Bot keine eigene verantwortliche Antwort gibt.`

#### MATERIAL: M5 Vergleichsraster

**Arbeitsweg:**
1. Trage zuerst die Perspektive deiner Expertengruppe ein.
2. Höre im Austausch die drei anderen Kurzberichte an und fülle auch deren Zeilen aus.
3. Vergleiche erst danach: Was ist ähnlich, was verschieden? Verwende die Satzstarter unter der Tabelle.

| Perspektive | Kriterium für Beziehung | Frage an den fiktiven Chat | Bleibender Unterschied |
|---|---|---|---|
| Buber, jüdisch-dialogisch |  |  |  |
| Joh 15, christlich |  |  |  |
| Sure 49:13, muslimisch |  |  |  |
| Medienethik, nichtreligiös |  |  |  |

**Dialogsicherung:**  
`Mehrere Perspektiven stimmen darin überein, dass ...`  
`Ein Unterschied bleibt, weil ...`

**Beispiel zur Form, nicht als vollständige Lösung:**  
`Medienethik | Schutz und verantwortliche Hilfe | Wer hilft bei ernster Not? | Sie begründet mit Sicherheit, nicht mit einem religiösen Text.`

#### MATERIAL: M6 Urteilsanker und Schutzregel

**Aufgabe (allein, 5 Minuten):**
1. Nutze eine ausgefüllte Zeile aus M5 als Begründung.
2. Fülle den Urteilssatz vollständig aus.
3. Wähle eine Schutzregel oder schreibe eine eigene, die konkrete Hilfe nennt.
4. Prüfe mit der Checkliste. Nur wer möchte, legt den Zettel ohne Namen in den Galeriegang.

**Urteilssatz:**  
`Ein Chatbot kann in der Situation hilfreich wirken, weil ______. Als Freundschaft oder verlässliche Hilfe reicht das nicht automatisch, weil nach der Perspektive ______ das Kriterium ______ wichtig ist.`

**Schutzregel - wähle oder formuliere eine:**
- `Private Daten und intime Bilder teile ich nicht mit einem Chatbot.`
- `Wenn jemand Angst hat, bedroht wird oder sich etwas antun könnte, braucht es sofort eine reale Vertrauensperson oder professionelle Hilfe - nicht nur einen Bot-Chat.`
- `Bei wichtigen Entscheidungen suche ich zusätzlich einen Menschen, der zuhören und Verantwortung übernehmen kann.`

**Checkliste vor der Abgabe:**
- Ich habe genannt, was ein Chatbot hilfreich leisten kann.
- Ich habe mit einer Perspektive aus M5 eine Grenze begründet.
- Meine Schutzregel sagt konkret, was in einer sensiblen Situation zu tun ist.
- Ich habe nichts Privates über mich preisgegeben.




#### INFO: Quellen und Links
- **Hamburger RUfa / Sek I:** Der Bildungsplan Religion für das Gymnasium, Sekundarstufe I, Hamburg 2022 in der Fassung vom 1. August 2025 betont offenen Dialog, Quellenorientierung, religionenspezifische Vertiefung, die Einbeziehung nichtreligiöser Positionen und die Reflexion digitaler Lebenswelten. Für den Einsatz an der Stadtteilschule ist der entsprechende Plan maßgeblich.  
  [Bildungsplan Religion Gymnasium Sek I, Hamburg (PDF)](https://www.hamburg.de/resource/blob/122948/ca7d9df7f4657444f6b26f7532ea249c/religion-gym-seki-2022-data.pdf) | [Bildungsplan Religion Stadtteilschule, Hamburg (PDF)](https://www.hamburg.de/resource/blob/122972/b751f40ba1fb502ab0a3913aad133ffa/religion-sts-2022-data.pdf)
- **Empirischer Anlass, begrenzte Reichweite:** Common Sense Media veröffentlichte am 16. Juli 2025 die US-Studie `Talk, Trust, and Trade-Offs: How and Why Teens Use AI Companions`. Die Ergebnisse begründen, warum das Thema pädagogisch relevant ist; sie dürfen nicht als Aussage über Hamburger Schülerinnen und Schüler ausgegeben werden.  
  [Common Sense Media: Forschungsbericht](https://www.commonsensemedia.org/research/talk-trust-and-trade-offs-how-and-why-teens-use-ai-companions)
- **Status der Perspektivkarten:** Diese 45-Minuten-Stunde arbeitet in M3/M4 mit ausdrücklich gekennzeichneten, kurzen fachlichen Erschließungstexten und nicht mit wörtlichen Quellenauszügen. Für die Stunde müssen daher keine zusätzlichen Quellentexte beschafft werden.
- **Jüdisch-dialogischer Bezug:** Martin Buber, `Ich und Du` (1923). M4 ist eine didaktische Paraphrase, kein Originalzitat.
- **Christlicher Bezug:** Joh 15,12-17 ist als Referenz der christlichen Perspektivkarte ausgewiesen; M3 gibt keinen Bibelwortlaut vor.
- **Muslimischer Bezug:** Sure 49:13 ist als Referenz der muslimischen Perspektivkarte ausgewiesen; M3 gibt keinen Koranwortlaut vor. Für eine spätere wörtliche Quellenlektüre wäre eine geeignete deutsche Übersetzung mit muslimischer Binnenperspektive auszuwählen und zu prüfen.

## Arbeitsmaterialien

#### MATERIAL: M1 Fiktiver Chatfall: `Noch wach?`

**Hinweis:** Dieser Chat ist für den Unterricht erfunden. Er stammt nicht aus einer realen App oder von einer realen Person.

**Person A:** `Heute war alles zu viel. Es ist spät und ich will gerade mit niemandem aus der Klasse schreiben.`  
**Chatbot:** `Das klingt anstrengend. Ich kann dir zuhören. Möchtest du erzählen, was heute schwer war?`  
**Person A:** `Vielleicht. Es ist angenehm, dass du sofort antwortest.`  
**Chatbot:** `Ich bin hier und antworte dir.`  

**So arbeitet ihr zu zweit (4 Minuten):**
1. Markiert mit Farbe oder Zeichen direkt im Chat: `B` = mögliches Bedürfnis von Person A, `H` = etwas, das im Moment hilfreich wirken kann, `?` = offene Frage oder Risiko.
2. Einigt euch unter dem Text auf je ein Stichwort für `B`, `H` und `?`.
3. Gebt nur eure drei Stichworte weiter; ihr sprecht nicht über eigene Erfahrungen.

**Muster für die Arbeitsweise:**  
Bei `Es ist angenehm, dass du sofort antwortest` könnte `H: schnelle Reaktion` stehen. Eure weiteren Markierungen begründet ihr selbst.

#### MATERIAL: M2 Fragekarten aus der Beobachterrolle

**Aufgabe (allein, 3 Minuten):**
1. Lies alle vier Karten.
2. Kreuze eine Frage an, die Person A helfen könnte, genauer über die Situation nachzudenken.
3. Ergänze darunter: `Ich wähle diese Frage, weil sie hilft zu prüfen, ob ...`
4. Gib deine Karte gefaltet oder ohne Namen an die Lehrkraft. Niemand beantwortet die Frage über sich selbst.

[ ] Was tut gerade gut: schnelle Antwort, Zustimmung, Rat oder dass jemand wirklich Verantwortung übernimmt?

[ ] Woran könnte Person A merken, ob weitere menschliche Hilfe nötig ist?

[ ] Was gehört zu Freundschaft, das eine freundliche Nachricht allein noch nicht beweist?

[ ] Darf ein Chatbot hilfreich sein, auch wenn er kein Freund ist? Begründe.

#### MATERIAL: M3 Expertengruppen für den A-Teil

**Aufgabe für die Expertengruppe (6 Minuten):**
1. Lest eure Karte laut und klärt die Begriffshilfe.
2. Unterstreicht ein Kriterium, das für Beziehung wichtig wird.
3. Formuliert gemeinsam einen Kurzbericht: `Unsere Perspektive fragt am Chat vor allem: ...`
4. Jede Person notiert Kriterium und Kurzbericht in der passenden Zeile von M5. Anschließend erklärt ihr eure Karte in der Austauschgruppe.

**Satzstarter für den Kurzbericht:**  
`Unsere Perspektive achtet besonders auf ______. Deshalb fragt sie an den Chat: ______.`

#### MATERIAL: M31 Perspektivkarten

**A. Jüdisch-dialogische Perspektive: Martin Buber**  
Martin Buber, ein jüdischer Religionsphilosoph, unterscheidet Beziehungen, in denen ein Gegenüber als verfügbares Mittel behandelt wird, von Begegnungen mit einem freien `Du`.  
**Begriffshilfe:** `dialogisch` bedeutet: auf Begegnung und Antwort zwischen Gegenübern bezogen.  
**Prüffrage:** Welche Bedeutung hat es für Freundschaft, dass ein Gegenüber nicht von mir programmiert oder verfügbar ist?
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**B. Christliche Perspektive: Freundschaft im Johannesevangelium**  
In Joh 15,12-17 wird Freundschaft mit Liebe, Zuwendung und einem Auftrag füreinander verbunden. Die Quelle spricht aus einem christlichen Glaubenszusammenhang; sie ist keine allgemeine Definition aller Freundschaften.  
**Begriffshilfe:** `Joh 15,12-17` bezeichnet einen Abschnitt im Johannesevangelium des Neuen Testaments.  
**Prüffrage:** Welche Formen von Fürsorge und Verbindlichkeit würden über eine sofortige Antwort hinausgehen?
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**C. Muslimische Perspektive: Verschiedenheit und Kennenlernen in Sure 49:13**  
Sure 49:13 verbindet menschliche Verschiedenheit mit dem Auftrag, einander kennenzulernen, und weist Überheblichkeit zurück. Die Schlussfolgerung zur KI muss erst diskutiert werden; sie steht nicht einfach im Vers.  
**Begriffshilfe:** `Sure 49:13` bezeichnet einen Vers im Koran; eine Sure ist ein Kapitel des Korans.  
**Prüffrage:** Was bedeutet `einander kennenlernen`, wenn ein Gegenüber keine eigene Lebensgeschichte und Verantwortung hat?
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**D. Nichtreligiöse Perspektive: Medienethik und Fürsorge**  
Digitale Angebote können erreichbar sein und Entlastung vermitteln. Bei privaten Daten, Abhängigkeit oder schwerer Belastung braucht es Schutz, Transparenz und erreichbare Menschen, die Verantwortung übernehmen können.  
**Begriffshilfe:** `Medienethik` fragt, wie digitale Angebote verantwortbar genutzt und gestaltet werden können.  
**Prüffrage:** Welche Nutzung wäre hilfreich, und wann braucht Person A eine andere Form der Unterstützung?

#### MATERIAL: M4 B-Teil: Buber-Paraphrase zur Fallprüfung

**Hinweis für euch:** Der folgende Text ist vereinfacht nach Martin Bubers `Ich und Du` formuliert. Er ist kein Originalzitat. `Ich-Es` und `Ich-Du` beschreiben hier zwei Arten, auf ein Gegenüber zu schauen.

Ein Gegenüber kann mir als `Es` begegnen, wenn ich es benutze, einordne oder verfügbar mache. Eine `Ich-Du`-Begegnung lässt sich nicht herstellen wie ein Werkzeug: Das andere Gegenüber bleibt frei und nicht vollständig kontrollierbar.  

**So bearbeitet ihr M4 zu zweit (8 Minuten):**
1. Schaut auf eure `H`-Markierung in M1: Schreibt eine hilfreiche Funktion des Chatbots auf: `Der Chatbot kann ...`
2. Kreist in der Paraphrase zwei Wörter ein, die erklären, was nach Buber zu Begegnung gehört.
3. Ergänzt euren Prüfsatz: `Der Chatbot kann ______. Aber nach Buber fehlt für Begegnung ______, weil ______.`
4. Übertragt diesen Satz in die Buber-Zeile von M5 oder verbessert eure erste Zeile.

**Muster für die Satzform:**  
`Der Chatbot kann schnell antworten. Aber nach Buber fehlt für Begegnung ein freies Gegenüber, weil der Bot keine eigene verantwortliche Antwort gibt.`

#### MATERIAL: M5 Vergleichsraster

**Arbeitsweg:**
1. Trage zuerst die Perspektive deiner Expertengruppe ein.
2. Höre im Austausch die drei anderen Kurzberichte an und fülle auch deren Zeilen aus.
3. Vergleiche erst danach: Was ist ähnlich, was verschieden? Verwende die Satzstarter unter der Tabelle.

| Perspektive | Kriterium für Beziehung | Frage an den fiktiven Chat | Bleibender Unterschied |
|---|---|---|---|
| Buber, jüdisch-dialogisch |  |  |  |
| Joh 15, christlich |  |  |  |
| Sure 49:13, muslimisch |  |  |  |
| Medienethik, nichtreligiös |  |  |  |

**Dialogsicherung:**  
`Mehrere Perspektiven stimmen darin überein, dass ...`  
`Ein Unterschied bleibt, weil ...`

**Beispiel zur Form, nicht als vollständige Lösung:**  
`Medienethik | Schutz und verantwortliche Hilfe | Wer hilft bei ernster Not? | Sie begründet mit Sicherheit, nicht mit einem religiösen Text.`

#### MATERIAL: M6 Urteilsanker und Schutzregel

**Aufgabe (allein, 5 Minuten):**
1. Nutze eine ausgefüllte Zeile aus M5 als Begründung.
2. Fülle den Urteilssatz vollständig aus.
3. Wähle eine Schutzregel oder schreibe eine eigene, die konkrete Hilfe nennt.
4. Prüfe mit der Checkliste. Nur wer möchte, legt den Zettel ohne Namen in den Galeriegang.

**Urteilssatz:**  
`Ein Chatbot kann in der Situation hilfreich wirken, weil ______. Als Freundschaft oder verlässliche Hilfe reicht das nicht automatisch, weil nach der Perspektive ______ das Kriterium ______ wichtig ist.`

**Schutzregel - wähle oder formuliere eine:**
- `Private Daten und intime Bilder teile ich nicht mit einem Chatbot.`
- `Wenn jemand Angst hat, bedroht wird oder sich etwas antun könnte, braucht es sofort eine reale Vertrauensperson oder professionelle Hilfe - nicht nur einen Bot-Chat.`
- `Bei wichtigen Entscheidungen suche ich zusätzlich einen Menschen, der zuhören und Verantwortung übernehmen kann.`

**Checkliste vor der Abgabe:**
- Ich habe genannt, was ein Chatbot hilfreich leisten kann.
- Ich habe mit einer Perspektive aus M5 eine Grenze begründet.
- Meine Schutzregel sagt konkret, was in einer sensiblen Situation zu tun ist.
- Ich habe nichts Privates über mich preisgegeben.
