# Zwischen grüner Utopie und harter Realität: Wirtschaften in der Krise

Didaktisch verdichteter Unterrichtsimpuls mit Materialien

- Ausgabe: 20. April 2026
- Fach: Religion / Ethik
- Zielgruppe: Sek I
- Dauer: 45 Min.

## Didaktische Hinweise

### Didaktische Intention

Die Schülerinnen und Schüler erleben den Widerspruch zwischen ihrem persönlichen Konsumalltag und dem Wunsch nach einer gerechten Welt als eine drängende Zukunftsfrage, die ihre eigene Lebensgestaltung unmittelbar betrifft.
Sie untersuchen Interessenkonflikte und ethische Begründungsmuster, um die Mechanismen hinter wirtschaftlichen Entscheidungen als gestaltbare Prozesse zu entlarven.
Sie entwickeln eine Haltung der begründeten Urteilsfähigkeit, die sie befähigt, einfache populistische Lösungen kritisch zu hinterfragen und Verantwortung als aktiven Aushandlungsprozess zu begreifen.


### Risiken


### Kompetenzerwartungen

- Spannungsfelder zwischen individuellem Konsumverhalten und globaler Klimaverantwortung benennen.
- Interessen von Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft in konkreten Forderungen identifizieren.
- Ethische Begründungsmuster für wirtschaftliches Handeln in einer Vergleichstabelle gegenüberstellen.
- Ein begründetes Urteil zur Frage gerechten Wirtschaftens formulieren, das verschiedene Perspektiven abwägt.

### Ablauf

1. **Konsum und Krise: Zwischen schlechtem Gewissen und Zukunftshoffnung (8 Min.)**
   Dialog-Szenario lesen → Spannungsfelder identifizieren → eigene Fragen und Reibungspunkte auf Karten notieren → Karten im Plenum auslegen und clustern
   Lehrkraft: Szenario vorlesen oder zeigen, Karten austeilen, Cluster an der Tafel strukturieren und erste Leitfragen festhalten
   Material: M1
   Ergebnis: Eine geclusterte Sammlung von Spannungsfeldern und offenen Fragen zum Verhältnis von individuellem Konsum und globaler Klimaverantwortung.

1. **Wer bestimmt die Zukunft? Interessen im Check (12 Min.)**
   Rollenkarten lesen → Interessen aus Perspektive der Rolle gewichten → zentrale Forderung formulieren → im Plenum vorstellen
   Lehrkraft: Teilt Rollenkarten aus, moderiert kurze Vorstellung und hält die drei Kernforderungen an der Tafel fest
   Material: M2
   Ergebnis: Drei formulierte Kernforderungen (fossiler Konzern, Politik, Zivilgesellschaft) als sichtbare Interessenkonflikte.

1. **Wirtschaften als ethische Aufgabe: Drei Perspektiven (10 Min.)**
   Drei Kurztexte lesen → Kernaussagen herausarbeiten → zentrale Begriffe (Statthalterschaft, Schöpfungsbewahrung, Verantwortung) vergleichen → Gemeinsamkeiten und Unterschiede notieren
   Lehrkraft: Arbeitsblatt austeilen, Stillarbeit anleiten, Ergebnisse im Plenum sichern und visualisieren
   Material: M3
   Ergebnis: Ausgefüllte Vergleichstabelle mit Kernaussagen und Unterschieden der drei ethischen Begründungsmuster

1. **Warum einfache Antworten locken (7 Min.)**
   Kurzimpuls zum Tradwife-Trend hören → inneres Bild entstehen lassen → leibliche Resonanz spüren → Spannung zwischen Verantwortung und Sicherheitssehnsucht wahrnehmen
   Lehrkraft: Liest den Impulstext langsam und mit Pausen vor und schließt mit einer kurzen Stille, ohne Diskussion zu eröffnen
   Material: M4
   Ergebnis: Eine gemeinsam gehaltene, atmosphärisch spürbare Spannung zwischen dem Wunsch nach einfacher Sicherheit und der ethischen Komplexität von Zukunftsverantwortung.

1. **Wirtschaften für alle: Mein begründetes Urteil (8 Min.)**
   Spannungspunkt aus Schritt 4 aufgreifen → Urteilsstrukturhilfe nutzen → begründetes Urteil zu wirtschaftlichem Handeln als demokratische Aufgabe formulieren
   Lehrkraft: Strukturhilfe austeilen, an Spannungspunkt erinnern, Einzelarbeit begleiten und Ergebnisse einsammeln
   Material: M5
   Ergebnis: Ein schriftlich formuliertes, begründetes Urteil, das die ethischen Perspektiven mit den Interessenkonflikten abwägt und auf die Leitfrage zurückführt.


### Differenzierung

**Unterstützung**
- Starte mit einer kompakten Variante fuer Klasse 8/9 (Stadtteilschule) und erweitere erst danach den Reflexionsanteil.

**Erweiterung**
- Halte eine vereinfachte Leitfrage und eine vertiefende Transferfrage parallel bereit.

## Leitfrage

Wie wollen wir in Zukunft leben und wirtschaften, damit Gerechtigkeit für alle möglich bleibt?

## Tagesziel

Wirtschaftliche Entscheidungen sind immer auch ethische Entscheidungen.

## Didaktischer Kern

Die Schülerinnen und Schüler erleben den Widerspruch zwischen ihrem persönlichen Konsumalltag und dem Wunsch nach einer gerechten Welt als eine drängende Zukunftsfrage, die ihre eigene Lebensgestaltung unmittelbar betrifft.
Sie untersuchen Interessenkonflikte und ethische Begründungsmuster, um die Mechanismen hinter wirtschaftlichen Entscheidungen als gestaltbare Prozesse zu entlarven.
Sie entwickeln eine Haltung der begründeten Urteilsfähigkeit, die sie befähigt, einfache populistische Lösungen kritisch zu hinterfragen und Verantwortung als aktiven Aushandlungsprozess zu begreifen.

## Unterrichtsverlauf

### Einstieg (8 Min.)

Dialog-Szenario lesen → Spannungsfelder identifizieren → eigene Fragen und Reibungspunkte auf Karten notieren → Karten im Plenum auslegen und clustern

- Lehrkraft: Szenario vorlesen oder zeigen, Karten austeilen, Cluster an der Tafel strukturieren und erste Leitfragen festhalten
- Sozialform: Plenum / Partnerarbeit
- Material: M1
- Ergebnis: Eine geclusterte Sammlung von Spannungsfeldern und offenen Fragen zum Verhältnis von individuellem Konsum und globaler Klimaverantwortung.

### Wer bestimmt die Zukunft? Interessen im Check (12 Min.)

Rollenkarten lesen → Interessen aus Perspektive der Rolle gewichten → zentrale Forderung formulieren → im Plenum vorstellen

- Lehrkraft: Teilt Rollenkarten aus, moderiert kurze Vorstellung und hält die drei Kernforderungen an der Tafel fest
- Sozialform: Kleingruppen (3er)
- Material: M2
- Ergebnis: Drei formulierte Kernforderungen (fossiler Konzern, Politik, Zivilgesellschaft) als sichtbare Interessenkonflikte.

### Wirtschaften als ethische Aufgabe: Drei Perspektiven (10 Min.)

Drei Kurztexte lesen → Kernaussagen herausarbeiten → zentrale Begriffe (Statthalterschaft, Schöpfungsbewahrung, Verantwortung) vergleichen → Gemeinsamkeiten und Unterschiede notieren

- Lehrkraft: Arbeitsblatt austeilen, Stillarbeit anleiten, Ergebnisse im Plenum sichern und visualisieren
- Sozialform: Einzelarbeit → Plenum
- Material: M3
- Ergebnis: Ausgefüllte Vergleichstabelle mit Kernaussagen und Unterschieden der drei ethischen Begründungsmuster

### Warum einfache Antworten locken (7 Min.)

Kurzimpuls zum Tradwife-Trend hören → inneres Bild entstehen lassen → leibliche Resonanz spüren → Spannung zwischen Verantwortung und Sicherheitssehnsucht wahrnehmen

- Lehrkraft: Liest den Impulstext langsam und mit Pausen vor und schließt mit einer kurzen Stille, ohne Diskussion zu eröffnen
- Sozialform: Plenum
- Material: M4
- Ergebnis: Eine gemeinsam gehaltene, atmosphärisch spürbare Spannung zwischen dem Wunsch nach einfacher Sicherheit und der ethischen Komplexität von Zukunftsverantwortung.

### Sicherung und Transfer (8 Min.)

Spannungspunkt aus Schritt 4 aufgreifen → Urteilsstrukturhilfe nutzen → begründetes Urteil zu wirtschaftlichem Handeln als demokratische Aufgabe formulieren

- Lehrkraft: Strukturhilfe austeilen, an Spannungspunkt erinnern, Einzelarbeit begleiten und Ergebnisse einsammeln
- Sozialform: Einzelarbeit
- Material: M5
- Ergebnis: Ein schriftlich formuliertes, begründetes Urteil, das die ethischen Perspektiven mit den Interessenkonflikten abwägt und auf die Leitfrage zurückführt.

## Materialien

- M1: Dialog-Szenario: Konsum und Krise
- M2: Interessen im Klimakonflikt
- M3: Wirtschaften als ethische Aufgabe: Drei Perspektiven
- M4: Vorleseimpuls: Warum einfache Antworten locken
- M5: Urteilsstrukturhilfe: Wirtschaften für alle

## Ausgangstext

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# Zwischen grüner Utopie und harter Realität: Wirtschaften in der Krise
**Datum:** 20. April 2026 | **Lesezeit:** ca. 5 Minuten

Ich frage mich, ob die Frage nach Gerechtigkeit in einer 9. Klasse an der Stadtteilschule heute anders klingt als noch vor fünf Jahren. Auf dem Schulhof diskutieren Jugendliche über steigende Energiepreise, und plötzlich geht es nicht mehr um Taschengeld, sondern um die Frage, ob die Politik ihre Zukunft überhaupt noch ernst nimmt. Mir fällt auf, wie schnell aus persönlicher Betroffenheit eine grundsätzliche Irritation wird: Wie wollen wir eigentlich leben und wirtschaften, damit Gerechtigkeit für alle möglich bleibt?

Das Material [Grüner Kapitalismus? Zwischen Gegenwart und möglichen Zukünften des Wirtschaftens](https://www.globaleslernen.de/de/bildungsangebote/bildungsmaterialien/gruener-kapitalismus-zwischen-gegenwart-und-moeglichen-zukuenften-des-wirtschaftens) von Globaleslernen Religion 2026 legt genau diese Spannung frei. Es konfrontiert mit der Frage, ob Zertifikathandel und grünes Wachstum tragfähige Antworten sind oder ob der Lobbydruck fossiler Konzerne jede ernsthafte Wende erstickt. Ich vermute, dass in einer Lerngruppe, in der muslimische, alevitische, christliche und säkulare Jugendliche zusammensitzen, die Reibung genau dann beginnt, wenn wirtschaftliche Modelle auf religiöse Begründungen von Verantwortung treffen.

Mich beschäftigt, wie schnell in solchen Diskussionen eine Sehnsucht nach einfachen Antworten aufblitzt. Der [Tradwife-Trend und seine Gefahren](https://reli-ethik-blog.de/der-tradwife-trend-und-seine-gefahren), den der Reli-Ethik-Blog analysiert, zeigt eine Bewegung, die sich nach traditionellen Rollenmustern zurücksehnt und damit Millionen erreicht. Ich frage mich, ob diese Attraktivität nicht auch eine Reaktion auf die Überforderung durch komplexe Zukunftsentwürfe ist. Wenn die Weltwirtschaft undurchschaubar wird, wirkt die Rückkehr ins vermeintlich Überschaubare fast logisch.

Vielleicht liegt genau hier der didaktische Kern: Die Lernenden könnten in einer szenischen Einstiegsphase ökonomische Interessenkonflikte körperlich durchspielen, bevor sie im B-Teil eine vertiefte Binnenperspektive einnehmen – etwa die islamische Vorstellung des Menschen als Khalifa, der rechenschaftspflichtig ist für die Schöpfung, oder eine buddhistische Perspektive auf Genügsamkeit. Ich merke, dass die kontemplative Phase danach nicht als fromme Stille daherkommen darf, sondern als Raum, in dem die Attraktivität rückwärtsgewandter Antworten kritisch befragt werden kann, ohne dass jemand seine eigene Position preisgeben muss.

Das Onlineseminar [Demokratieerziehung im Fach Praktische Philosophie](https://reli-ethik-blog.de/onlineseminar-demokratieerziehung-im-fach-praktische-philosophie) erinnert mich daran, dass solche Aushandlungsprozesse immer auch demokratische Kompetenzen berühren. Ich beobachte, dass die Frage nach gerechtem Wirtschaften erst dann scharf wird, wenn unterschiedliche Deutungen von Verantwortung wirklich nebeneinander stehen bleiben – und niemand das letzte Wort hat.

#### INFO: Zielgruppe
Klasse 8/9 (Stadtteilschule)
Die Jugendlichen bringen ein ausgeprägtes Bewusstsein für Klimathemen mit, fühlen sich jedoch oft durch die Komplexität globaler Zusammenhänge ohnmächtig oder durch moralische Appelle unter Druck gesetzt. In dieser Stunde benötigen sie vor allem eine sprachliche Entlastung bei der Abstraktion ökonomischer Fachbegriffe sowie eine emotionale Strukturierung, um das Gefühl der Überforderung in eine sachliche Analyse von Interessenkonflikten zu überführen.

#### HINWEIS: Didaktische Intention
Die Schülerinnen und Schüler erleben den Widerspruch zwischen ihrem persönlichen Konsumalltag und dem Wunsch nach einer gerechten Welt als eine drängende Zukunftsfrage, die ihre eigene Lebensgestaltung unmittelbar betrifft.
Sie untersuchen Interessenkonflikte und ethische Begründungsmuster, um die Mechanismen hinter wirtschaftlichen Entscheidungen als gestaltbare Prozesse zu entlarven.
Sie entwickeln eine Haltung der begründeten Urteilsfähigkeit, die sie befähigt, einfache populistische Lösungen kritisch zu hinterfragen und Verantwortung als aktiven Aushandlungsprozess zu begreifen.

#### CHECK: Kompetenzerwartungen
- Spannungsfelder zwischen individuellem Konsumverhalten und globaler Klimaverantwortung benennen.
- Interessen von Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft in konkreten Forderungen identifizieren.
- Ethische Begründungsmuster für wirtschaftliches Handeln in einer Vergleichstabelle gegenüberstellen.
- Ein begründetes Urteil zur Frage gerechten Wirtschaftens formulieren, das verschiedene Perspektiven abwägt.

#### TIPP: Praxistipp
Achten Sie bei der Erarbeitung der Interessenkonflikte darauf, die Rollen der Akteure (Konzern, Politik, Zivilgesellschaft) nicht zu stark zu karikieren, sondern die jeweils logische, interne Begründung der Positionen herauszuarbeiten, damit die Lernenden die ethische Komplexität als echtes Dilemma und nicht als bloßes "Gut-gegen-Böse"-Spiel wahrnehmen.

#### DIFFERENZIERUNG: Differenzierung
**Unterstützung:** Starte mit einer kompakten Variante fuer Klasse 8/9 (Stadtteilschule) und erweitere erst danach den Reflexionsanteil.

**Erweiterung:** Halte eine vereinfachte Leitfrage und eine vertiefende Transferfrage parallel bereit.

#### ABLAUF: Ablauf
**Phase 1:** Konsum und Krise: Zwischen schlechtem Gewissen und Zukunftshoffnung
**Rahmen:** 8 Min | Modus: erkunden | Sozialform: Plenum / Partnerarbeit
**Lernende:** Dialog-Szenario lesen → Spannungsfelder identifizieren → eigene Fragen und Reibungspunkte auf Karten notieren → Karten im Plenum auslegen und clustern
**Kompetenzfokus:** kompetenzbezogener Fokus
**Lehrkraft:** Szenario vorlesen oder zeigen, Karten austeilen, Cluster an der Tafel strukturieren und erste Leitfragen festhalten
**Material:** M1
**Ergebnis:** Eine geclusterte Sammlung von Spannungsfeldern und offenen Fragen zum Verhältnis von individuellem Konsum und globaler Klimaverantwortung.
**Hinweise:** Knapp halten oder leer lassen, wenn kein Hinweis nötig ist.

**Phase 2:** Wer bestimmt die Zukunft? Interessen im Check
**Rahmen:** 12 Min | Modus: analysieren | Sozialform: Kleingruppen (3er)
**Lernende:** Rollenkarten lesen → Interessen aus Perspektive der Rolle gewichten → zentrale Forderung formulieren → im Plenum vorstellen
**Kompetenzfokus:** kompetenzbezogener Fokus
**Lehrkraft:** Teilt Rollenkarten aus, moderiert kurze Vorstellung und hält die drei Kernforderungen an der Tafel fest
**Material:** M2
**Ergebnis:** Drei formulierte Kernforderungen (fossiler Konzern, Politik, Zivilgesellschaft) als sichtbare Interessenkonflikte.
**Hinweise:** Knapp halten oder leer lassen, wenn kein Hinweis nötig ist.

**Phase 3:** Wirtschaften als ethische Aufgabe: Drei Perspektiven
**Rahmen:** 10 Min | Modus: analysieren | Sozialform: Einzelarbeit → Plenum
**Lernende:** Drei Kurztexte lesen → Kernaussagen herausarbeiten → zentrale Begriffe (Statthalterschaft, Schöpfungsbewahrung, Verantwortung) vergleichen → Gemeinsamkeiten und Unterschiede notieren
**Kompetenzfokus:** kompetenzbezogener Fokus
**Lehrkraft:** Arbeitsblatt austeilen, Stillarbeit anleiten, Ergebnisse im Plenum sichern und visualisieren
**Material:** M3
**Ergebnis:** Ausgefüllte Vergleichstabelle mit Kernaussagen und Unterschieden der drei ethischen Begründungsmuster
**Hinweise:** Knapp halten oder leer lassen, wenn kein Hinweis nötig ist.

**Phase 4:** Warum einfache Antworten locken
**Rahmen:** 7 Min | Modus: erfahren | Sozialform: Plenum
**Lernende:** Kurzimpuls zum Tradwife-Trend hören → inneres Bild entstehen lassen → leibliche Resonanz spüren → Spannung zwischen Verantwortung und Sicherheitssehnsucht wahrnehmen
**Kompetenzfokus:** kompetenzbezogener Fokus
**Lehrkraft:** Liest den Impulstext langsam und mit Pausen vor und schließt mit einer kurzen Stille, ohne Diskussion zu eröffnen
**Material:** M4
**Ergebnis:** Eine gemeinsam gehaltene, atmosphärisch spürbare Spannung zwischen dem Wunsch nach einfacher Sicherheit und der ethischen Komplexität von Zukunftsverantwortung.
**Hinweise:** Knapp halten oder leer lassen, wenn kein Hinweis nötig ist.

**Phase 5:** Wirtschaften für alle: Mein begründetes Urteil
**Rahmen:** 8 Min | Modus: analysieren | Sozialform: Einzelarbeit
**Lernende:** Spannungspunkt aus Schritt 4 aufgreifen → Urteilsstrukturhilfe nutzen → begründetes Urteil zu wirtschaftlichem Handeln als demokratische Aufgabe formulieren
**Kompetenzfokus:** kompetenzbezogener Fokus
**Lehrkraft:** Strukturhilfe austeilen, an Spannungspunkt erinnern, Einzelarbeit begleiten und Ergebnisse einsammeln
**Material:** M5
**Ergebnis:** Ein schriftlich formuliertes, begründetes Urteil, das die ethischen Perspektiven mit den Interessenkonflikten abwägt und auf die Leitfrage zurückführt.
**Hinweise:** Knapp halten oder leer lassen, wenn kein Hinweis nötig ist.



#### MATERIAL: M1 Dialog-Szenario: Konsum und Krise
**A:** Ich will endlich das neue Smartphone, auch wenn es ökologisch Mist ist. Alle haben es, und mein altes ist total langsam.

**B:** Aber wenn wir so weitermachen, haben wir in 20 Jahren keine Zukunft mehr. Ständig neue Geräte, Flüge, Klamotten – das alles heizt die Klimakrise an. Ist mein Konsum heute ein Verrat an morgen?

**A:** Was soll ich denn machen? Gar nichts mehr kaufen? Die Politik muss doch die Regeln ändern, nicht ich.

**B:** Ja, aber wenn alle so denken, ändert sich nie was. Ich fühl mich total zerrissen zwischen meinem Wunsch nach einem normalen Leben und dem Wissen, dass wir so die Erde kaputtmachen.

#### CARDS: M2 Interessen im Klimakonflikt

**Fossiler Konzern**
Ihr seid ein großer Energiekonzern. Euer Ziel: Arbeitsplätze sichern und Gewinne erwirtschaften. Klimaschutz ist teuer und gefährdet kurzfristig eure Profite. Ihr wollt möglichst lange an Öl und Gas festhalten und nur langsam umsteigen. Eure Botschaft: „Ohne uns brechen Wirtschaft und Wohlstand zusammen.“

---

**Politik**
Ihr seid eine Regierungspartei. Euer Ziel: Wahlen gewinnen und die Wirtschaft am Laufen halten. Ihr müsst es allen recht machen – der Industrie, den Wählern, den Klimaaktivisten. Ihr wollt Klimaziele setzen, aber ohne Jobs zu gefährden. Eure Botschaft: „Wir schaffen den Wandel sozialverträglich und schrittweise.“

---

**Zivilgesellschaft**
Ihr seid ein Klima-Bündnis aus NGOs und Jugendgruppen. Euer Ziel: radikalen Klimaschutz jetzt, um die Zukunft zu retten. Ihr fordert ein Ende fossiler Brennstoffe und soziale Gerechtigkeit. Ihr traut den Konzernen und der Politik nicht. Eure Botschaft: „Es gibt keinen Planet B – handelt endlich!“

**So arbeitet ihr mit den Karten:**
1. Lest eure Rollenkarte genau.
2. Diskutiert in der Gruppe: Welches Interesse ist eurer Rolle am wichtigsten?
3. Einigt euch auf eine zentrale Forderung, die eure Rolle im Klimastreit vertreten würde.
4. Schreibt eure Forderung in einem Satz auf.

#### MATERIAL: M3 Wirtschaften als ethische Aufgabe: Drei Perspektiven

**Drei Begründungen für verantwortliches Handeln**

**1. Islamische Perspektive: Der Mensch als Statthalter (Khalifa)**
Im Islam ist der Mensch als Statthalter Gottes auf der Erde eingesetzt. Diese Aufgabe bedeutet, verantwortungsvoll mit der Schöpfung umzugehen und sie nicht auszubeuten. Wirtschaftliches Handeln muss sich daran messen lassen, ob es die Erde als anvertrautes Gut bewahrt und für alle Menschen gerecht ist.

**2. Christliche Perspektive: Bewahrung der Schöpfung**
Im Christentum wird die Welt als Gottes Schöpfung gesehen, die dem Menschen anvertraut ist. Der Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, verpflichtet zu einem Lebensstil, der die natürlichen Lebensgrundlagen für alle Geschöpfe erhält. Wirtschaften soll dem Leben dienen, nicht seiner Zerstörung.

**3. Säkulare Perspektive: Verantwortung für zukünftige Generationen**
Ohne religiösen Bezug wird Verantwortung aus der Vernunft und dem Prinzip der Gerechtigkeit abgeleitet. Menschen heute haben die Pflicht, so zu handeln, dass auch kommende Generationen ein gutes Leben führen können. Wirtschaftliche Entscheidungen müssen daher langfristige Folgen für Umwelt und Gesellschaft berücksichtigen.

**Aufgabe:**
Lies die drei Texte. Trage in die Tabelle ein:
- Welcher Kernbegriff steht im Zentrum?
- Woraus wird die Verantwortung abgeleitet?
- Was bedeutet das für wirtschaftliches Handeln?

| Perspektive | Kernbegriff | Quelle der Verantwortung | Folgerung für Wirtschaften |
|---|---|---|---|
| Islamisch | | | |
| Christlich | | | |
| Säkular | | | |

#### MATERIAL: M4 Vorleseimpuls: Warum einfache Antworten locken

Stell dir vor: Die Welt ist kompliziert. Klimakrise, steigende Preise, unsichere Jobs. Viele Menschen sehnen sich nach einer Zeit, in der alles einfacher war. In sozialen Medien zeigen junge Frauen, wie sie backen, putzen und sich um die Familie kümmern. Sie nennen sich „Tradwives“ – traditionelle Ehefrauen. Sie sagen: „Früher wusste jeder, was seine Aufgabe war. Das gab Sicherheit.“

Warum wirkt das auf manche wie ein Anker? Was suchen Menschen dort, was sie in der modernen Welt nicht finden?

*(Nach dem Vorlesen kurze Stille halten.)*

#### MATERIAL: M5 Urteilsstrukturhilfe: Wirtschaften für alle
**Mein begründetes Urteil**

Die Frage: Wie wollen wir in Zukunft leben und wirtschaften, damit Gerechtigkeit für alle möglich bleibt?

Deine Aufgabe: Formuliere ein begründetes Urteil. Nutze dafür die Satzbausteine und den Spannungspunkt unten.

---

**Spannungspunkt:**
Einfache Antworten wie der Tradwife-Trend versprechen Sicherheit und Geborgenheit. Aber sie vernachlässigen die ethische Verantwortung für eine gerechte Zukunft für alle Menschen.

**Der Vorschlag, den du beurteilst:**
Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit sollen allein dem freien Markt überlassen werden – der Wettbewerb der Unternehmen wird die Probleme schon lösen.

**Satzbausteine:**
- Ich beurteile den Vorschlag, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit allein dem Markt zu überlassen, als …, weil …
- Dabei berücksichtigt dieser Vorschlag zwar das Interesse von …, aber er vernachlässigt die ethische Position, dass … (z. B. der Mensch als Treuhänder der Erde handelt / die Schöpfung bewahrt werden muss / zukünftige Generationen ein Recht auf eine intakte Umwelt haben).
- Für eine demokratische Gestaltung des Wirtschaftens bedeutet das: …

---

**Dein Urteil:**

…

#### INFO: Quellen und Links

**Hier sind die Links zum Mit-Entdecken:**

**[Bildungsplan](https://www.hamburg.de/resource/blob/122972/b751f40ba1fb502ab0a3913aad133ffa/religion-sts-2022-data.pdf)**

**Ethik und Gesellschaft: Wirtschaften neu denken**

* [Grüner Kapitalismus? Zwischen Gegenwart und möglichen Zukünften des Wirtschaftens (globaleslernen.de)](https://www.globaleslernen.de/de/bildungsangebote/bildungsmaterialien/gruener-kapitalismus-zwischen-gegenwart-und-moeglichen-zukuenften-des-wirtschaftens)
  * Das Material liefert die notwendige Substanz, um komplexe ökonomische Zusammenhänge didaktisch reduziert in die Klasse zu bringen.
  * Von: Attac, Verein Wirtschaft demokratisch gestalten lernen
* [Onlineseminar: Demokratieerziehung im Fach Praktische Philosophie (reli-ethik-blog.de)](https://reli-ethik-blog.de/onlineseminar-demokratieerziehung-im-fach-praktische-philosophie)
  * Erinnert uns daran, dass wir in Zeiten politischer Umbrüche eine besondere Verantwortung für die Demokratieerziehung tragen.
  * Von: Fach Praktische Philosophie, Claudius Kretzer Termin

**Netzrauschen**

* [Der Tradwife-Trend und seine Gefahren (reli-ethik-blog.de)](https://reli-ethik-blog.de/der-tradwife-trend-und-seine-gefahren)
  * Ein Beitrag über den [Tradwife-Trend](https://reli-ethik-blog.de/der-tradwife-trend-und-seine-gefahren/), der die Rückkehr traditioneller Rollenbilder kritisch beleuchtet.
  * Von: Ordnung von Gesellschaft und Kultur
* [Das Toleranzparadox nach Karl Popper aus seiner Originalquelle (scilogs.spektrum.de)](https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-toleranzparadox-nach-karl-popper-aus-seiner-originalquelle)
  * Karl Poppers [Toleranzparadox](https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-toleranzparadox-nach-karl-popper-aus-seiner-originalquelle/) bleibt ein unverzichtbarer Kompass für den interreligiösen Dialog.
  * Von: Karl Popper

**Termine & Fortbildungen**

* [Onlineseminar: Vielfalt Islam – Das neue Lehrwerk für den islamischen Religionsunterricht (reli-ethik-blog.de)](https://reli-ethik-blog.de/onlineseminar-vielfalt-islam-das-neue-lehrwerk-fuer-den-islamischen-religionsunterricht)
  * Ein [Onlineseminar zum Lehrwerk 'Vielfalt Islam'](https://reli-ethik-blog.de/onlineseminar-vielfalt-islam-das-neue-lehrwerk-fuer-den-islamischen-religionsunterricht/) findet am 22. April 2026 statt.
  * Von: Erkan Binici, Fahimah Ulfat


## Arbeitsmaterialien

#### MATERIAL: M1 Dialog-Szenario: Konsum und Krise

**A:** Ich will endlich das neue Smartphone, auch wenn es ökologisch Mist ist. Alle haben es, und mein altes ist total langsam.

**B:** Aber wenn wir so weitermachen, haben wir in 20 Jahren keine Zukunft mehr. Ständig neue Geräte, Flüge, Klamotten – das alles heizt die Klimakrise an. Ist mein Konsum heute ein Verrat an morgen?

**A:** Was soll ich denn machen? Gar nichts mehr kaufen? Die Politik muss doch die Regeln ändern, nicht ich.

**B:** Ja, aber wenn alle so denken, ändert sich nie was. Ich fühl mich total zerrissen zwischen meinem Wunsch nach einem normalen Leben und dem Wissen, dass wir so die Erde kaputtmachen.

#### MATERIAL: M2 Interessen im Klimakonflikt

**Fossiler Konzern**
Ihr seid ein großer Energiekonzern. Euer Ziel: Arbeitsplätze sichern und Gewinne erwirtschaften. Klimaschutz ist teuer und gefährdet kurzfristig eure Profite. Ihr wollt möglichst lange an Öl und Gas festhalten und nur langsam umsteigen. Eure Botschaft: „Ohne uns brechen Wirtschaft und Wohlstand zusammen.“

---

**Politik**
Ihr seid eine Regierungspartei. Euer Ziel: Wahlen gewinnen und die Wirtschaft am Laufen halten. Ihr müsst es allen recht machen – der Industrie, den Wählern, den Klimaaktivisten. Ihr wollt Klimaziele setzen, aber ohne Jobs zu gefährden. Eure Botschaft: „Wir schaffen den Wandel sozialverträglich und schrittweise.“

---

**Zivilgesellschaft**
Ihr seid ein Klima-Bündnis aus NGOs und Jugendgruppen. Euer Ziel: radikalen Klimaschutz jetzt, um die Zukunft zu retten. Ihr fordert ein Ende fossiler Brennstoffe und soziale Gerechtigkeit. Ihr traut den Konzernen und der Politik nicht. Eure Botschaft: „Es gibt keinen Planet B – handelt endlich!“

**So arbeitet ihr mit den Karten:**
1. Lest eure Rollenkarte genau.
2. Diskutiert in der Gruppe: Welches Interesse ist eurer Rolle am wichtigsten?
3. Einigt euch auf eine zentrale Forderung, die eure Rolle im Klimastreit vertreten würde.
4. Schreibt eure Forderung in einem Satz auf.

#### MATERIAL: M3 Wirtschaften als ethische Aufgabe: Drei Perspektiven

**Drei Begründungen für verantwortliches Handeln**

**1. Islamische Perspektive: Der Mensch als Statthalter (Khalifa)**
Im Islam ist der Mensch als Statthalter Gottes auf der Erde eingesetzt. Diese Aufgabe bedeutet, verantwortungsvoll mit der Schöpfung umzugehen und sie nicht auszubeuten. Wirtschaftliches Handeln muss sich daran messen lassen, ob es die Erde als anvertrautes Gut bewahrt und für alle Menschen gerecht ist.

**2. Christliche Perspektive: Bewahrung der Schöpfung**
Im Christentum wird die Welt als Gottes Schöpfung gesehen, die dem Menschen anvertraut ist. Der Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, verpflichtet zu einem Lebensstil, der die natürlichen Lebensgrundlagen für alle Geschöpfe erhält. Wirtschaften soll dem Leben dienen, nicht seiner Zerstörung.

**3. Säkulare Perspektive: Verantwortung für zukünftige Generationen**
Ohne religiösen Bezug wird Verantwortung aus der Vernunft und dem Prinzip der Gerechtigkeit abgeleitet. Menschen heute haben die Pflicht, so zu handeln, dass auch kommende Generationen ein gutes Leben führen können. Wirtschaftliche Entscheidungen müssen daher langfristige Folgen für Umwelt und Gesellschaft berücksichtigen.

**Aufgabe:**
Lies die drei Texte. Trage in die Tabelle ein:
- Welcher Kernbegriff steht im Zentrum?
- Woraus wird die Verantwortung abgeleitet?
- Was bedeutet das für wirtschaftliches Handeln?

| Perspektive | Kernbegriff | Quelle der Verantwortung | Folgerung für Wirtschaften |
|---|---|---|---|
| Islamisch | | | |
| Christlich | | | |
| Säkular | | | |

#### MATERIAL: M4 Vorleseimpuls: Warum einfache Antworten locken

Stell dir vor: Die Welt ist kompliziert. Klimakrise, steigende Preise, unsichere Jobs. Viele Menschen sehnen sich nach einer Zeit, in der alles einfacher war. In sozialen Medien zeigen junge Frauen, wie sie backen, putzen und sich um die Familie kümmern. Sie nennen sich „Tradwives“ – traditionelle Ehefrauen. Sie sagen: „Früher wusste jeder, was seine Aufgabe war. Das gab Sicherheit.“

Warum wirkt das auf manche wie ein Anker? Was suchen Menschen dort, was sie in der modernen Welt nicht finden?

*(Nach dem Vorlesen kurze Stille halten.)*

#### MATERIAL: M5 Urteilsstrukturhilfe: Wirtschaften für alle

**Mein begründetes Urteil**

Die Frage: Wie wollen wir in Zukunft leben und wirtschaften, damit Gerechtigkeit für alle möglich bleibt?

Deine Aufgabe: Formuliere ein begründetes Urteil. Nutze dafür die Satzbausteine und den Spannungspunkt unten.

---

**Spannungspunkt:**
Einfache Antworten wie der Tradwife-Trend versprechen Sicherheit und Geborgenheit. Aber sie vernachlässigen die ethische Verantwortung für eine gerechte Zukunft für alle Menschen.

**Der Vorschlag, den du beurteilst:**
Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit sollen allein dem freien Markt überlassen werden – der Wettbewerb der Unternehmen wird die Probleme schon lösen.

**Satzbausteine:**
- Ich beurteile den Vorschlag, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit allein dem Markt zu überlassen, als …, weil …
- Dabei berücksichtigt dieser Vorschlag zwar das Interesse von …, aber er vernachlässigt die ethische Position, dass … (z. B. der Mensch als Treuhänder der Erde handelt / die Schöpfung bewahrt werden muss / zukünftige Generationen ein Recht auf eine intakte Umwelt haben).
- Für eine demokratische Gestaltung des Wirtschaftens bedeutet das: …

---

**Dein Urteil:**

…
