# Etikett oder echte Perspektive?

Didaktisch verdichteter Unterrichtsimpuls mit Materialien

- Ausgabe: 9. April 2026
- Fach: Religionsunterricht
- Zielgruppe: Klasse 8
- Dauer: 45 Min.

## Didaktische Hinweise

### Didaktische Intention

Die Stunde will nicht einfach drei Positionen nebeneinanderstellen, sondern eine bestimmte Lernbewegung einüben: von der schnellen Netzbehauptung zur begründeten Prüfung. Die Lernenden sollen unterscheiden lernen zwischen einer Fremdzuschreibung über Religion, einer religiösen Binnenperspektive und einer säkularen Prüfperspektive auf Sprache, Belege und Medienlogik.
Deshalb sind die drei Perspektiven im Material bewusst festgelegt: eine muslimische Binnenperspektive, eine christliche Binnenperspektive und eine säkulare medienkritische Perspektive. Die dritte Perspektive dient hier nicht als austauschbarer Platzhalter, sondern als verpflichtender Kontrast: Sie fragt nach Verallgemeinerungen, fehlenden Quellen und nach der Frage, wer überhaupt spricht. So wird die Stunde nicht nur meinungsorientiert, sondern kriterial und urteilsbildend.


### Risiken


### Kompetenzerwartungen

- Die Lernenden können drei Perspektiven auf öffentliche Aussagen über Religion vergleichend gegenüberstellen und dabei Zuschreibung von sachkundiger Beschreibung unterscheiden.
- Die Lernenden können eine Binnenperspektive genauer lesen und deren Argumentationsstruktur rekonstruieren.
- Die Lernenden können ein begründetes Urteil zu einer öffentlichen Aussage über Religion formulieren und dabei Kriterien nennen.
- Die Lernenden können unterschiedliche Lesarten dialogisch prüfen, ohne persönliche Bekenntnisse preiszugeben.

### Ablauf

1. **Einstieg mit Netzbehauptung (8 Min.)**
   Ich lege eine kurze, anonymisierte Schlagzeile in die Mitte (z. B. „Religion ist wieder mal schuld“) und frage: Woran merkt ihr, ob hier wirklich über Religion gesprochen wird – oder ob nur ein Etikett benutzt wird?
   Lehrkraft: Moderiert das Brainstorming an der Tafel, sammelt erste Assoziationen und notiert sie.
   Material: M3
   Ergebnis: Tafelbild mit ersten Vermutungen.

1. **Drei Perspektiven vergleichen (12 Min.)**
   Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit einem einfachen Tableau: Sie tragen ein, was die Aussage aus muslimischer, christlicher und säkularer medienkritischer Perspektive jeweils nahelegen würde und markieren, was eher Zuschreibung als sachkundige Beschreibung ist. Die säkulare Perspektive fragt dabei ausdrücklich nach Belegen, Verallgemeinerungen und fehlenden Stimmen.
   Lehrkraft: Unterstützt beim Markieren, lenkt zurück auf die Frage, wie Medienlogik und Auswahl die Darstellung prägen könnten, und erinnert an 1 Thess 5,21 („Prüft aber alles und das Gute behaltet“) als Impuls für kritisches Nachfragen.
   Material: M1
   Ergebnis: Ausgefülltes 3-Spalten-Tableau pro Paar.

1. **Eine Stimme genauer lesen (10 Min.)**
   Wir lesen gemeinsam einen kurzen biblischen Impuls zu Prüfen und Wahrnehmen aus 1 Joh 4,1 („Glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister…“) und übertragen die Haltung auf unsere Netzbehauptung. Leitfrage: Wie könnte eine religiöse Binnenperspektive helfen, die Aussage sachkundiger zu beurteilen?
   Lehrkraft: Modelliert am Beispiel einen Satzstarter („Diese Aussage bleibt unsachkundig, weil…“) und zeigt, wie eine religiöse Tradition selbst kritisch prüft.
   Material: M2
   Ergebnis: Notiz im Heft mit rekonstruierter Prüfhaltung und erster Übertragung auf die Netzbehauptung.

1. **Ins Gespräch kommen und begründet positionieren (10 Min.)**
   In der Gruppe wird das Tableau mit der vertieften Perspektive abgeglichen: Welche Spalte wird korrigiert oder ergänzt? Am Ende formuliert jede und jeder einen eigenen begründeten Satz.
   Lehrkraft: Sammelt die Sätze ein und sichert am Ende gemeinsame Kriterien (z. B. „Wer spricht? Welche Quellen fehlen? Welche Binnenlogik wird ignoriert?“).
   Material: M2
   Ergebnis: Begründeter Einzelsatz pro Schülerin („Diese Aussage über Religion ist sachkundig/unsachkundig, weil …“).


### Differenzierung

**Unterstützung**
- Vereinfachtes Tableau mit vorgegebenen Satzgerüsten und Markierhilfen (z. B. „Unterstreiche die Zuschreibung“).

**Erweiterung**
- Zusätzliche Transferfrage: „Welche Medienlogik könnte diese Aussage in einem anderen Kontext anders rahmen?“ – kurze schriftliche Begründung.

## Leitfrage

Woran merke ich, ob ich gerade sachkundig über Religion spreche — oder nur eine öffentliche Zuschreibung wiederhole?

## Tagesziel

Wenn Religion im öffentlichen Raum auftaucht, ist das selten nur „Religion selbst“, sondern fast immer auch ein Zusammenspiel aus Medienlogik, Erwartungen und institutionellen Rahmungen.

## Didaktischer Kern

Die Stunde will nicht einfach drei Positionen nebeneinanderstellen, sondern eine bestimmte Lernbewegung einüben: von der schnellen Netzbehauptung zur begründeten Prüfung. Die Lernenden sollen unterscheiden lernen zwischen einer Fremdzuschreibung über Religion, einer religiösen Binnenperspektive und einer säkularen Prüfperspektive auf Sprache, Belege und Medienlogik.
Deshalb sind die drei Perspektiven im Material bewusst festgelegt: eine muslimische Binnenperspektive, eine christliche Binnenperspektive und eine säkulare medienkritische Perspektive. Die dritte Perspektive dient hier nicht als austauschbarer Platzhalter, sondern als verpflichtender Kontrast: Sie fragt nach Verallgemeinerungen, fehlenden Quellen und nach der Frage, wer überhaupt spricht. So wird die Stunde nicht nur meinungsorientiert, sondern kriterial und urteilsbildend.

## Unterrichtsverlauf

### Einstieg (8 Min.)

Ich lege eine kurze, anonymisierte Schlagzeile in die Mitte (z. B. „Religion ist wieder mal schuld“) und frage: Woran merkt ihr, ob hier wirklich über Religion gesprochen wird – oder ob nur ein Etikett benutzt wird?

- Lehrkraft: Moderiert das Brainstorming an der Tafel, sammelt erste Assoziationen und notiert sie.
- Sozialform: Plenum
- Material: M3
- Ergebnis: Tafelbild mit ersten Vermutungen.

### Erarbeitung I (12 Min.)

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit einem einfachen Tableau: Sie tragen ein, was die Aussage aus muslimischer, christlicher und säkularer medienkritischer Perspektive jeweils nahelegen würde und markieren, was eher Zuschreibung als sachkundige Beschreibung ist. Die säkulare Perspektive fragt dabei ausdrücklich nach Belegen, Verallgemeinerungen und fehlenden Stimmen.

- Lehrkraft: Unterstützt beim Markieren, lenkt zurück auf die Frage, wie Medienlogik und Auswahl die Darstellung prägen könnten, und erinnert an 1 Thess 5,21 („Prüft aber alles und das Gute behaltet“) als Impuls für kritisches Nachfragen.
- Sozialform: Partnerarbeit
- Material: M1
- Ergebnis: Ausgefülltes 3-Spalten-Tableau pro Paar.

### Vertiefung (10 Min.)

Wir lesen gemeinsam einen kurzen biblischen Impuls zu Prüfen und Wahrnehmen aus 1 Joh 4,1 („Glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister…“) und übertragen die Haltung auf unsere Netzbehauptung. Leitfrage: Wie könnte eine religiöse Binnenperspektive helfen, die Aussage sachkundiger zu beurteilen?

- Lehrkraft: Modelliert am Beispiel einen Satzstarter („Diese Aussage bleibt unsachkundig, weil…“) und zeigt, wie eine religiöse Tradition selbst kritisch prüft.
- Sozialform: Einzelarbeit, danach kurzer Austausch
- Material: M2
- Ergebnis: Notiz im Heft mit rekonstruierter Prüfhaltung und erster Übertragung auf die Netzbehauptung.

### Sicherung (10 Min.)

In der Gruppe wird das Tableau mit der vertieften Perspektive abgeglichen: Welche Spalte wird korrigiert oder ergänzt? Am Ende formuliert jede und jeder einen eigenen begründeten Satz.

- Lehrkraft: Sammelt die Sätze ein und sichert am Ende gemeinsame Kriterien (z. B. „Wer spricht? Welche Quellen fehlen? Welche Binnenlogik wird ignoriert?“).
- Sozialform: Gruppenarbeit, Abschluss im Plenum
- Material: M2
- Ergebnis: Begründeter Einzelsatz pro Schülerin („Diese Aussage über Religion ist sachkundig/unsachkundig, weil …“).

## Materialien

- M1: Tableau – Drei Perspektiven vergleichen
- M2: Biblischer Impuls und Satzstarter – Eine Stimme genauer lesen
- M3: Einstiegsfolie – Netzbehauptung

## Ausgangstext

**TAGS:** Sek-I,Klasse-8,RUfa,Medienkritik,Urteilskompetenz

Ich habe den Erfahrungsbericht von Rebekka Sarah Rieser gelesen und musste sofort an einige Achtklässlerinnen und Achtklässler denken. Viele von ihnen begegnen „Religion“ vor allem als Schlagzeile oder Post – mal als schnelle Erklärung für Konflikte, mal als Etikett, das einfach kleben bleibt. Der Text macht deutlich, wie stark öffentliche Aussagen über Religion durch Auswahl, Sprache und Medienlogik mitgeformt werden. 
Diese Erkenntnis hat mich gleich an eine konkrete Unterrichtsidee gebracht. Statt nur über Medienkritik zu sprechen, verbinde ich das mit der Frage, wie religiöse Traditionen selbst argumentieren. Das hilft, Zuschreibungen von sachkundigen Beschreibungen zu unterscheiden. Für eine 8. Klasse an der Stadtteilschule ist das anschlussfähig, weil die Lernenden oft schon mit viralen Claims konfrontiert sind, aber selten gefragt werden, woran man eigentlich erkennt, ob eine Aussage über Religion tragfähig ist oder nur ein Etikett reproduziert.

#### INFO: Zielgruppe
Klasse 8 an einer Hamburger Stadtteilschule. Die Lerngruppe ist plural zusammengesetzt; viele kennen Religion vor allem aus Medien. Vorausgesetzt wird nur die Bereitschaft, kurze Texte zu markieren und in Zweiergesprächen zu sortieren.

#### CHECK: Kompetenzerwartungen
Die Lernenden können drei Perspektiven auf öffentliche Aussagen über Religion vergleichend gegenüberstellen und dabei Zuschreibung von sachkundiger Beschreibung unterscheiden.
Die Lernenden können eine Binnenperspektive genauer lesen und deren Argumentationsstruktur rekonstruieren.
Die Lernenden können ein begründetes Urteil zu einer öffentlichen Aussage über Religion formulieren und dabei Kriterien nennen.
Die Lernenden können unterschiedliche Lesarten dialogisch prüfen, ohne persönliche Bekenntnisse preiszugeben.

#### HINWEIS: Didaktische Intention
Die Stunde will nicht einfach drei Positionen nebeneinanderstellen, sondern eine bestimmte Lernbewegung einüben: von der schnellen Netzbehauptung zur begründeten Prüfung. Die Lernenden sollen unterscheiden lernen zwischen einer Fremdzuschreibung über Religion, einer religiösen Binnenperspektive und einer säkularen Prüfperspektive auf Sprache, Belege und Medienlogik.
Deshalb sind die drei Perspektiven im Material bewusst festgelegt: eine muslimische Binnenperspektive, eine christliche Binnenperspektive und eine säkulare medienkritische Perspektive. Die dritte Perspektive dient hier nicht als austauschbarer Platzhalter, sondern als verpflichtender Kontrast: Sie fragt nach Verallgemeinerungen, fehlenden Quellen und nach der Frage, wer überhaupt spricht. So wird die Stunde nicht nur meinungsorientiert, sondern kriterial und urteilsbildend.

#### ABLAUF: Ablauf
1. **Einstieg mit Netzbehauptung (8 Minuten)**
Ich lege eine kurze, anonymisierte Schlagzeile in die Mitte (z. B. „Religion ist wieder mal schuld“) und frage: Woran merkt ihr, ob hier wirklich über Religion gesprochen wird – oder ob nur ein Etikett benutzt wird?
Lehrkraft: Moderiert das Brainstorming an der Tafel, sammelt erste Assoziationen und notiert sie.
Sozialform: Plenum
Materialien: M3 (Einstiegsfolie – Netzbehauptung)
Ergebnis: Tafelbild mit ersten Vermutungen.

2. **Drei Perspektiven vergleichen (12 Minuten)**
Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit einem einfachen Tableau: Sie tragen ein, was die Aussage aus muslimischer, christlicher und säkularer medienkritischer Perspektive jeweils nahelegen würde und markieren, was eher Zuschreibung als sachkundige Beschreibung ist. Die säkulare Perspektive fragt dabei ausdrücklich nach Belegen, Verallgemeinerungen und fehlenden Stimmen.
Lehrkraft: Unterstützt beim Markieren, lenkt zurück auf die Frage, wie Medienlogik und Auswahl die Darstellung prägen könnten, und erinnert an [1 Thess 5,21](https://www.bibleserver.com/LUT/1.Thessalonicher5,21) („Prüft aber alles und das Gute behaltet“) als Impuls für kritisches Nachfragen.
Sozialform: Partnerarbeit
Materialien: M1 (Tableau)
Ergebnis: Ausgefülltes 3-Spalten-Tableau pro Paar.

3. **Eine Stimme genauer lesen (10 Minuten)**
Wir lesen gemeinsam einen kurzen biblischen Impuls zu Prüfen und Wahrnehmen aus [1 Joh 4,1](https://www.bibleserver.com/LUT/1.Johannes4,1) („Glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister…“) und übertragen die Haltung auf unsere Netzbehauptung. Leitfrage: Wie könnte eine religiöse Binnenperspektive helfen, die Aussage sachkundiger zu beurteilen?
Lehrkraft: Modelliert am Beispiel einen Satzstarter („Diese Aussage bleibt unsachkundig, weil…“) und zeigt, wie eine religiöse Tradition selbst kritisch prüft.
Sozialform: Einzelarbeit, danach kurzer Austausch
Materialien: M2 (biblischer Impuls und Satzstarter)
Ergebnis: Notiz im Heft mit rekonstruierter Prüfhaltung und erster Übertragung auf die Netzbehauptung.

4. **Ins Gespräch kommen und begründet positionieren (10 Minuten)**
In der Gruppe wird das Tableau mit der vertieften Perspektive abgeglichen: Welche Spalte wird korrigiert oder ergänzt? Am Ende formuliert jede und jeder einen eigenen begründeten Satz.
Lehrkraft: Sammelt die Sätze ein und sichert am Ende gemeinsame Kriterien (z. B. „Wer spricht? Welche Quellen fehlen? Welche Binnenlogik wird ignoriert?“).
Sozialform: Gruppenarbeit, Abschluss im Plenum
Materialien: ausgefüllte Tableaus, Heftnotiz aus M2
Ergebnis: Begründeter Einzelsatz pro Schüler*in („Diese Aussage über Religion ist sachkundig/unsachkundig, weil …“).

**Materialien:** Die kopierfertigen Materialien (M1, M2, M3) findest du am Ende dieser Seite.

#### DIFFERENZIERUNG: Differenzierung
**Unterstützung:** Vereinfachtes Tableau mit vorgegebenen Satzgerüsten und Markierhilfen (z. B. „Unterstreiche die Zuschreibung“).
**Erweiterung:** Zusätzliche Transferfrage: „Welche Medienlogik könnte diese Aussage in einem anderen Kontext anders rahmen?“ – kurze schriftliche Begründung.

Das bleibt überschaubar und führt doch zu einer klaren Erkenntnis: weg vom schnellen Etikett hin zu einer sachkundigeren Wahrnehmung. Besonders stark finde ich, dass die Schülerinnen und Schüler am Ende nicht nur sagen „Das ist pauschal“, sondern begründen können, warum – und dabei eine religiöse Perspektive nicht als bloße Meinung, sondern als begründende Sichtweise mitdenken. Die Stunde zeigt, wie interdisziplinäres Denken (Kommunikationswissenschaft plus religionskundliche Binnenperspektive) im RUfa ganz praktisch hilft.

Zum Weiterlesen, heute nicht bearbeiten, habe ich noch ergänzende Stimmen gesammelt.

## Netzrauschen
[Interdisziplinarität erleben: Ein Erfahrungsbericht](https://www.uzh.ch/blog/digitalreligions/2025/01/15/interdisziplinaritaet-erleben-ein-erfahrungsbericht) von Rebekka Sarah Rieser zeigt anschaulich, wie die Zusammenarbeit von Religionswissenschaft und Kommunikationswissenschaft Selektionskriterien und öffentliche Konstruktionen von Religion sichtbar macht.

[Anselm von Canterbury: Der Gottesbeweis](https://blogs.rpi-virtuell.de/buchempfehlungen/2026/04/08/anselm-von-canterbury-der-gottesbeweis) (Reclam-Ausgabe, herausgegeben von Bernd Goebel und Christian Tapp) liefert ein klassisches Beispiel dafür, wie religiöses Denken Prämissen und Schlussrichtungen aufbaut – ein gutes Handwerkszeug, um Behauptungen zu prüfen.

[Den Körper stärker in den Glauben einbeziehen: Christliches Yoga in Sachsen](https://www.deutschlandfunk.de/den-koerper-staerker-in-den-glauben-einbeziehen-christliches-yoga-in-sachsen-100.html) von Ulrike Schult berichtet von einem konkreten Praxisversuch, bei dem körperliche Übung und christlicher Glaube verbunden werden – ein schöner Kontrast zu reinen Medienetiketten.

#### INFO: Quellen und Links
- [Interdisziplinarität erleben: Ein Erfahrungsbericht](https://www.uzh.ch/blog/digitalreligions/2025/01/15/interdisziplinaritaet-erleben-ein-erfahrungsbericht) (Rebekka Sarah Rieser)
- [Anselm von Canterbury: Der Gottesbeweis](https://blogs.rpi-virtuell.de/buchempfehlungen/2026/04/08/anselm-von-canterbury-der-gottesbeweis) (Bernd Goebel / Christian Tapp)
- [Den Körper stärker in den Glauben einbeziehen: Christliches Yoga in Sachsen](https://www.deutschlandfunk.de/den-koerper-staerker-in-den-glauben-einbeziehen-christliches-yoga-in-sachsen-100.html) (Ulrike Schult)

## Arbeitsmaterialien

#### MATERIAL: M1 Tableau – Drei Perspektiven vergleichen

**Methode:** Vergleichsimpulse / Perspektivenvergleich

![Methodenbeispiel](https://relipuls.de/storage/c1a210f6-6b4e-4a1d-9aea-a358ad153be0.webp)
*Beispielhafte Illustration der Unterrichtsmethode. KI-generiert. CC0*

**Klasse 8 | RUfa | Medienkritik & Urteilskompetenz**

**Auftrag**  
Arbeitet zu zweit. Lest die Netzbehauptung „Religion ist wieder mal schuld“.  
Füllt das Tableau aus: Was würde die Aussage aus den drei Perspektiven nahelegen?  
Markiert mit **Z** (Zuschreibung / Etikett) oder **S** (sachkundige Beschreibung), was eher zutrifft.  
Nutzt die Satzstarter unten, wenn ihr nicht weiterwisst.
Die dritte Spalte ist bewusst als säkulare medienkritische Perspektive angelegt: Sie fragt nach Belegen, sprachlicher Zuspitzung und danach, welche Stimmen in der Behauptung fehlen.

**Netzbehauptung (zur Erinnerung):**  
„Religion ist wieder mal schuld“

| Perspektive          | Was die Aussage nahelegt | Z oder S? | Begründung / Hinweis auf Medienlogik |
|----------------------|---------------------------|-----------|---------------------------------------|
| **Muslimische Perspektive** |                           |           |                                       |
| **Christliche Perspektive** |                           |           |                                       |
| **Säkulare medienkritische Perspektive** |                           |           |                                       |

**Fiktive Beispielzeile (bereits ausgefüllt, kein religiöses Selbstzeugnis):**  
Zugespitzte Fremdzuschreibung über eine muslimische Perspektive | „Islam ist gewalttätig“ | **Z** | Oft wird nur ein Konflikt herausgepickt, ohne die vielfältigen muslimischen Stimmen zur Gewaltfreiheit zu nennen (Medienlogik: Aufmerksamkeit durch Vereinfachung).
Hinweis: Diese Zeile ist ein bewusst konstruiertes Erprobungsbeispiel für eine pauschale Behauptung und gerade keine sachkundige Formulierung einer muslimischen Position.

**Satzstarter**  
- Aus dieser Perspektive würde man sagen: „…“  
- Das ist eher eine Zuschreibung, weil…  
- Eine sachkundige Beschreibung müsste berücksichtigen…  
- Die Medienlogik sorgt dafür, dass…  
- Das erinnert mich an die Aufforderung „Prüft aber alles und das Gute behaltet“ (1 Thess 5,21), weil…

**Unterstützung (ausführlicher als Standard):**  
1. Unterstreicht zuerst alle starken Wörter in der Behauptung (z. B. „wieder mal“, „schuld“).  
2. ***Überlegt dann:*** Wer spricht hier eigentlich? Welche religiöse Stimme fehlt?
3. **Nutzt diese Hilfsfragen für jede Spalte:**
   - Was würde ein Mensch aus dieser Perspektive konkret antworten, wenn er die Schlagzeile liest? (Schreibt 1 kurzen Satz.)  
   - Warum ist das eher **Z** (nur Etikett) oder eher **S** (genaue Beschreibung)?  
   - Welche Information fehlt, damit es sachkundiger wird? (z. B. „Es wird nicht erwähnt, dass…“)  
Schreibt zuerst nur Stichpunkte, bevor ihr die Tabelle ganz ausfüllt.

#### MATERIAL: M2 Biblischer Impuls und Satzstarter – Eine Stimme genauer lesen

**Methode:** Satzstarter und Unterstützungsraster (Differenzierung)

![Methodenbeispiel](https://relipuls.de/storage/ab8b9bb7-dde0-45ff-b0f9-b721423066c9.webp)
*Beispielhafte Illustration der Unterrichtsmethode. KI-generiert. CC0*

**Klasse 8 | RUfa | Medienkritik & Urteilskompetenz**

**1. Gemeinsam lesen**  
„Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen.“  
(1 Joh 4,1)

**2. Arbeitsauftrag (Einzelarbeit, danach Austausch)**  
Übertrage die Haltung des biblischen Impulses auf die Netzbehauptung „Religion ist wieder mal schuld“.  
Rekonstruiere, wie eine christliche Binnenperspektive beim Prüfen helfen kann.  
Schreibe mindestens zwei Sätze in dein Heft.  
Nutze danach die Abschlussfrage, um dein Heft-Ergebnis direkt auf das Tableau aus M1 anzuwenden.

**Satzstarter (direkt nutzen)**  
- Diese Aussage bleibt unsachkundig, weil sie…  
- Eine christliche Binnenperspektive würde zuerst prüfen, ob…  
- Der biblische Impuls „prüft die Geister“ (1 Joh 4,1) bedeutet hier, dass man…  
- Statt nur ein Etikett zu kleben, sollte man fragen…  
- Das Gute behalten (1 Thess 5,21) würde in diesem Fall heißen…  
- Eine sachkundigere Beschreibung müsste berücksichtigen, dass aus christlicher Sicht…

**Klarer Merksatz zur Binnenperspektive:**  
**Biblischer Impuls (Zitat):** „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind…“ (1 Joh 4,1)  
**Eigene Deutung:** Die Bibel fordert selbst zum kritischen Prüfen auf. Religion ist hier nicht nur Gegenstand der Kritik, sondern enthält auch eine eigene Haltung zum Prüfen.

**Abschlussfrage für den Austausch und direkte Weiterarbeit an M1:**  
Nehmt eure Notiz aus M2 und schaut auf euer ausgefülltes Tableau aus M1.  
Entscheidet gemeinsam:  
- Welche Spalte muss korrigiert oder ergänzt werden?  
- Schreibt die neue, verbesserte Version der betreffenden Zeile direkt in euer Tableau (mit neuem **Z/S** und neuer Begründung).  
Beispiel: „Christliche Perspektive – neue Zeile: Die Aussage ignoriert, dass Christen selbst zur Prüfung aufgefordert sind.“

#### MATERIAL: M3 Einstiegsfolie – Netzbehauptung

**Methode:** Netzbehauptung / Medienkritik an viralen Claims (Plenumsgespraech)

![Methodenbeispiel](https://relipuls.de/storage/8f1cf5f8-4145-43b2-8328-5387a01bb64c.webp)
*Beispielhafte Illustration der Unterrichtsmethode. KI-generiert. CC0*

**Klasse 8 | RUfa | Medienkritik & Urteilskompetenz**

**Für die Lehrkraft zur Projektion / Ausdruck:**

**Netzbehauptung**

**„Religion ist wieder mal schuld“**

**Frage für das Plenum:**
Woran merkt ihr, ob hier wirklich über Religion gesprochen wird – oder ob nur ein Etikett benutzt wird?

**Hinweis für die Sammlung an der Tafel:**
Notiert alle Schüler*innen-Ideen darunter (z. B. starke Wörter, fehlende Stimmen, schnelle Vereinfachung, fehlende Quellen).

**Kurze Zusatzinformation (nur für die Lehrkraft, nicht vorlesen):**
Diese Behauptung dient als anonymisiertes Beispiel für virale Claims. Sie wird in den folgenden Schritten mit M1 und M2 weiterbearbeitet.



#### TIPP: Praxistipp
**Medienlogik** bezeichnet typische Muster, nach denen Medien Themen auswählen und darstellen, damit sie Aufmerksamkeit bekommen und in das jeweilige Medium passen. Medienlogik vs. religionskundige Beschreibung. Ich lasse die Klasse nicht für oder gegen eine Religion positionieren, sondern für Kriterien arbeiten: Welche Quellenlage? Welche Begriffe? Welche Perspektive? Und wer spricht überhaupt?
