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title: Zeichen lesen statt vorschnell urteilen
date: 2026-03-24
subject: Religionsunterricht
grade: Sek I
duration_minutes: 45
tags:
  - relipuls
  - teaching-pack
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# Zeichen lesen statt vorschnell urteilen

Didaktisch verdichteter Unterrichtsimpuls mit Materialien

- Ausgabe: 24. März 2026
- Fach: Religionsunterricht
- Zielgruppe: Sek I
- Dauer: 45 Min.

## Didaktische Hinweise

### Didaktische Intention

Die Stunde hilft Lernenden, religiöse Sichtbarkeit nicht vorschnell zu etikettieren. Sie lernen, Zeichen sachkundig zu lesen, mehrere Deutungen nebeneinander zu halten und erst dann begründet Position zu beziehen.


### Risiken


### Kompetenzerwartungen

- Die Lernenden können religiöse Zeichen in einem Medienausschnitt beschreiben und von Deutungen unterscheiden.
- Die Lernenden können Aussagen aus drei religiösen Perspektiven vergleichen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herausarbeiten.
- Die Lernenden können eine Binnenperspektive anhand eines Textausschnitts erschließen und begründet zusammenfassen.
- Die Lernenden können ihre Deutung mit einer Belegstelle absichern oder als Vermutung markieren.
- Die Lernenden können einen Urteilssatz formulieren, der Respekt, Belegbarkeit und Abgrenzung sichtbar macht.

### Ablauf

1. **Irritation sammeln (8 Min.)**
   Die Lernenden sehen einen kurzen Ausschnitt aus der Dokumentation (oder eine Bildfolge daraus) und notieren auf Kärtchen nur Wahrnehmungen.
   Lehrkraft: Moderiert die Sammlung an der Tafel und trennt sofort „gesehen“ von „gedacht“.
   Material: M1
   Ergebnis: Sammelwand mit reinen Beobachtungen.

1. **Drei Perspektiven vergleichen (15 Min.)**
   In Gruppen arbeiten die Lernenden mit einer Matrix zu drei religiösen Perspektiven (Judentum, Islam, Christentum). Sie ordnen Aussagen zu, markieren Deutungshypothesen und tragen je eine Belegstelle ein.
   Lehrkraft: Gibt die Matrix aus und erinnert an die Belegregel.
   Material: M2
   Ergebnis: Ausgefüllte Vergleichsmatrix.

1. **Eine Stimme genauer lesen (12 Min.)**
   Die Lerngruppe liest einen ausgewählten Ausschnitt aus dem Material zu einer der drei Perspektiven und beantwortet Leitfragen zur Binnenlogik: Was wird begründet? Was soll sichtbar werden? Welche Missverständnisse werden zurückgewiesen?
   Lehrkraft: Verteilt gezielt den vorbereiteten Ausschnitt und unterstützt bei der Belegsuche.
   Material: M3
   Ergebnis: Kurzprotokoll mit drei bis vier begründeten Aussagen.

1. **Ins Gespräch kommen und urteilen (10 Min.)**
   Mit einem kleinen Kriterienraster prüfen die Lernenden ihre Aussagen: Ist es belegt, nur vermutet, respektvoll formuliert oder zu pauschal? Danach schreiben sie einen Urteilssatz.
   Lehrkraft: Stellt das Raster vor und moderiert die Abschlussrunde.
   Material: M4
   Ergebnis: Ein Satz nach dem Muster „Ich kann … sagen, weil … / Ich kann … nicht sicher sagen, weil …“.


### Differenzierung

**Unterstützung**
- Satzanfänge wie „Ich sehe …“, „Ich vermute …“, „Im Material steht …“; vereinfachte Matrix mit Symbolen statt langen Texten; Urteilssatz als Gerüst; reduzierte Beleganforderung (eine Stelle reicht).

**Erweiterung**
- Offene Begründungsfrage mit Transfer: „Wann wird eine sichtbare religiöse Praxis im Alltag missverstanden?“; zusätzlich ein zweiter Beleg aus dem Material oder ein Gegenbeispiel; höhere Beleganforderung (mindestens zwei Stellen pro Perspektive).

## Leitfrage

Welche Herausforderung zeigt 'Was der Glaube trägt - Von Kopftuch, Kippa & Co.', und wie wird sie ueber 'Religionsunterricht & Ethik: Materialien im Web' fuer die Lerngruppe konkret bearbeitbar? Welche Rolle spielt dabei 'Im Sehnsuchtsbereich: Der Theologe Karl Tetzlaff über Religion und Literatur' als pruefende oder irritierende Gegenstimme?

## Tagesziel

Aus 'Was der Glaube trägt - Von Kopftuch, Kippa & Co.' wird ein Unterrichtsgang, der ueber 'Religionsunterricht & Ethik: Materialien im Web' konkret wird und durch 'Im Sehnsuchtsbereich: Der Theologe Karl Tetzlaff über Religion und Literatur' reflektiert wird.

## Didaktischer Kern

Die Stunde hilft Lernenden, religiöse Sichtbarkeit nicht vorschnell zu etikettieren. Sie lernen, Zeichen sachkundig zu lesen, mehrere Deutungen nebeneinander zu halten und erst dann begründet Position zu beziehen.

## Unterrichtsverlauf

### Einstieg (8 Min.)

Die Lernenden sehen einen kurzen Ausschnitt aus der Dokumentation (oder eine Bildfolge daraus) und notieren auf Kärtchen nur Wahrnehmungen.

- Lehrkraft: Moderiert die Sammlung an der Tafel und trennt sofort „gesehen“ von „gedacht“.
- Sozialform: Einzelarbeit dann Plenum
- Material: M1
- Ergebnis: Sammelwand mit reinen Beobachtungen.

### Erarbeitung I (15 Min.)

In Gruppen arbeiten die Lernenden mit einer Matrix zu drei religiösen Perspektiven (Judentum, Islam, Christentum). Sie ordnen Aussagen zu, markieren Deutungshypothesen und tragen je eine Belegstelle ein.

- Lehrkraft: Gibt die Matrix aus und erinnert an die Belegregel.
- Sozialform: Gruppenarbeit
- Material: M2
- Ergebnis: Ausgefüllte Vergleichsmatrix.

### Vertiefung (12 Min.)

Die Lerngruppe liest einen ausgewählten Ausschnitt aus dem Material zu einer der drei Perspektiven und beantwortet Leitfragen zur Binnenlogik: Was wird begründet? Was soll sichtbar werden? Welche Missverständnisse werden zurückgewiesen?

- Lehrkraft: Verteilt gezielt den vorbereiteten Ausschnitt und unterstützt bei der Belegsuche.
- Sozialform: Partnerarbeit
- Material: M3
- Ergebnis: Kurzprotokoll mit drei bis vier begründeten Aussagen.

### Sicherung (10 Min.)

Mit einem kleinen Kriterienraster prüfen die Lernenden ihre Aussagen: Ist es belegt, nur vermutet, respektvoll formuliert oder zu pauschal? Danach schreiben sie einen Urteilssatz.

- Lehrkraft: Stellt das Raster vor und moderiert die Abschlussrunde.
- Sozialform: Einzelarbeit dann Plenum
- Material: M4
- Ergebnis: Ein Satz nach dem Muster „Ich kann … sagen, weil … / Ich kann … nicht sicher sagen, weil …“.

## Materialien

- M1: Wahrnehmungen aus der Dokumentation – Nur sehen, nicht deuten
- M2: Vergleichsmatrix – Drei religiöse Perspektiven
- M3: Binnenperspektive genauer lesen – Eine Stimme vertiefen
- M4: Urteilssatz-Raster – Begründet positionieren

## Ausgangstext

Ich bleibe heute an einer kleinen, aber entscheidenden Zumutung hängen: Ein Kopftuch, eine Kippa oder ein Ordenskleid ist sichtbar – und trotzdem verstehe ich es noch lange nicht. Genau an dieser Stelle wird Unterricht spannend.

Mich interessiert an der ARD-Dokumentation [Was der Glaube trägt – Von Kopftuch, Kippa & Co.](https://ardmediathek.de/film/was-der-glaube-traegt-von-kopftuch-kippa-und-co/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvd2FzLWRlci1nbGF1YmUtdHJhZWd0) vor allem diese Spannung: Im Alltag sehen wir religiöse Zeichen sofort, aber ihre Bedeutung bleibt oft unscharf. Das ist für mich der eigentliche Lernanlass in einer Sek-I-Lerngruppe – weil die Stunde schnell in bloße Etiketten kippt, wenn Wahrnehmung, Vermutung und Beleg nicht sauber auseinandergehalten werden.

Ich würde deshalb sehr klar bauen: **erst wahrnehmen, dann prüfen, dann drei Perspektiven vergleichen, dann eine Stimme genauer lesen, dann begründet urteilen**. So bleibt das Gespräch fair für alle in der pluralen Lerngruppe – auch für Lernende, die keine eigene religiöse Praxis einbringen wollen oder können.

> [!info] Zielgruppe
> Sek I, besonders gut anschlussfähig für eine 7. Klasse an der Stadtteilschule mit heterogener religiöser und nichtreligiöser Lerngruppe. Vorwissen über die gezeigten Traditionen ist nicht nötig; wichtig ist die Bereitschaft, Beobachtungen von Deutungen zu trennen.

> [!check] Kompetenzerwartungen
> - Die Lernenden können religiöse Zeichen in einem Medienausschnitt beschreiben und von Deutungen unterscheiden.
> - Die Lernenden können Aussagen aus drei religiösen Perspektiven vergleichen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herausarbeiten.
> - Die Lernenden können eine Binnenperspektive anhand eines Textausschnitts erschließen und begründet zusammenfassen.
> - Die Lernenden können ihre Deutung mit einer Belegstelle absichern oder als Vermutung markieren.
> - Die Lernenden können einen Urteilssatz formulieren, der **Respekt**, **Belegbarkeit** und **Abgrenzung** sichtbar macht.

> [!todo] Ablauf
> 1. **Irritation sammeln (8 Min.)**
> Die Lernenden sehen einen kurzen Ausschnitt aus der Dokumentation (oder eine Bildfolge daraus) und notieren auf Kärtchen nur Wahrnehmungen.  
> Lehrkraft: Moderiert die Sammlung an der Tafel und trennt sofort „gesehen“ von „gedacht“.  
> Sozialform: Einzelarbeit dann Plenum  
> Materialien: M1  
> Ergebnis: Sammelwand mit reinen Beobachtungen.
>
> 2. **Drei Perspektiven vergleichen (15 Min.)**
> In Gruppen arbeiten die Lernenden mit einer Matrix zu drei religiösen Perspektiven (Judentum, Islam, Christentum). Sie ordnen Aussagen zu, markieren Deutungshypothesen und tragen je eine Belegstelle ein.  
> Lehrkraft: Gibt die Matrix aus und erinnert an die Belegregel.  
> Sozialform: Gruppenarbeit  
> Materialien: M2  
> Ergebnis: Ausgefüllte Vergleichsmatrix.
>
> 3. **Eine Stimme genauer lesen (12 Min.)**
> Die Lerngruppe liest einen ausgewählten Ausschnitt aus dem Material zu einer der drei Perspektiven und beantwortet Leitfragen zur Binnenlogik: Was wird begründet? Was soll sichtbar werden? Welche Missverständnisse werden zurückgewiesen?  
> Lehrkraft: Verteilt gezielt den vorbereiteten Ausschnitt und unterstützt bei der Belegsuche.  
> Sozialform: Partnerarbeit  
> Materialien: M3  
> Ergebnis: Kurzprotokoll mit drei bis vier begründeten Aussagen.
>
> 4. **Ins Gespräch kommen und urteilen (10 Min.)**
> Mit einem kleinen Kriterienraster prüfen die Lernenden ihre Aussagen: Ist es belegt, nur vermutet, respektvoll formuliert oder zu pauschal? Danach schreiben sie einen Urteilssatz.  
> Lehrkraft: Stellt das Raster vor und moderiert die Abschlussrunde.  
> Sozialform: Einzelarbeit dann Plenum  
> Materialien: M4  
> Ergebnis: Ein Satz nach dem Muster „Ich kann … sagen, weil … / Ich kann … nicht sicher sagen, weil …“.

> [!adapt] Differenzierung
> **Unterstützung:** Satzanfänge wie „Ich sehe …“, „Ich vermute …“, „Im Material steht …“; vereinfachte Matrix mit Symbolen statt langen Texten; Urteilssatz als Gerüst; reduzierte Beleganforderung (eine Stelle reicht).  
> **Erweiterung:** Offene Begründungsfrage mit Transfer: „Wann wird eine sichtbare religiöse Praxis im Alltag missverstanden?“; zusätzlich ein zweiter Beleg aus dem Material oder ein Gegenbeispiel; höhere Beleganforderung (mindestens zwei Stellen pro Perspektive).

> [!hint] Didaktische Intention
> Die Stunde hilft Lernenden, religiöse Sichtbarkeit nicht vorschnell zu etikettieren. Sie lernen, Zeichen sachkundig zu lesen, mehrere Deutungen nebeneinander zu halten und erst dann begründet Position zu beziehen.

Für die Vergleichsarbeit würde ich die Matrix sehr schlicht halten: links **Wahrnehmung**, daneben **Deutungshypothese**, dann **Binnenbezug**, zuletzt **Belegstelle**. Die Belegregel ist dabei kein Beiwerk, sondern der Kern: Jede Aussage braucht eine Quelle plus Materialbezug – oder sie wird ausdrücklich als Vermutung markiert. Genau damit bleibt das Gespräch offen und trotzdem fachlich kontrolliert.

Die vertiefte Lektüre braucht danach eine andere Qualität. Wähle eine Perspektive aus, die in der Dokumentation tatsächlich vorkommt, und behandle sie nicht bloß als Zusatzinformation, sondern als **Quelle mit eigener Logik**. Leitfragen wie „Was ist dieser Person wichtig?“, „Wie begründet sie die Sichtbarkeit?“ oder „Wogegen grenzt sie sich ab?“ helfen, den Text nicht von außen zu überstülpen. In einer 7. Klasse ist daran anschlussfähig, dass Lernende merken: Was von außen wie ein Symbol aussieht, ist innen oft Praxis, Zugehörigkeit und Gewissensentscheidung zugleich.

Am Ende wird die Diskussion nicht offen verpuffen gelassen, sondern an ein kleines Raster gebunden: belegbar, vermutet, respektvoll, zu pauschal. Daraus entsteht ein Satzgerüst, das auch zurückhaltende Lernende tragen kann: „Ich kann X sagen, weil … / Ich kann X nicht sicher sagen, weil …“. Stärkere Lerngruppen können denselben Schritt offener formulieren und zusätzlich begründen, wo ihre eigene Deutung an Grenzen stößt. Für den Hamburger RUfa ist das ein guter Prüfstein: Nicht Zustimmung ist das Ziel, sondern eine sprachlich und sachlich saubere Position.

Kurz vor dem Schluss bleibt für mich genau das hängen: **Sichtbarkeit ist noch keine Erklärung.** Erst wenn ich Zeichen prüfe, Belege suche und eine Binnenstimme ernst nehme, wird aus dem ersten Eindruck ein wirkliches Urteil.

> [!info] Quellen und Links
> - [Was der Glaube trägt - Von Kopftuch, Kippa & Co.](https://ardmediathek.de/film/was-der-glaube-traegt-von-kopftuch-kippa-und-co/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvd2FzLWRlci1nbGF1YmUtdHJhZWd0) — ARD Mediathek, Dokumentation Deutschland. Hauptquelle für den Einstieg und die Sichtbarkeit religiöser Zeichen im Alltag.
> - [Religionsunterricht & Ethik: Materialien im Web](https://autenrieths.de/religionsunterricht.html) — Portal mit Material- und Aufgabenformaten. Fundort, um aus dem Medienimpuls schnell eine schülernahe Text- und Quellenarbeit zu machen.
> - [Im Sehnsuchtsbereich: Der Theologe Karl Tetzlaff über Religion und Literatur](https://deutschlandfunk.de/im-sehnsuchtsbereich-der-theologe-karl-tetzlaff-ueber-religion-und-literatur-100.html) — Deutschlandfunk, Andreas Main. Methodischer Hintergrund für die Regel: Aussagen prüfen, Herkunft klären, Belege unterscheiden.

## Netzrauschen

[Im Sehnsuchtsbereich: Der Theologe Karl Tetzlaff über Religion und Literatur](https://deutschlandfunk.de/im-sehnsuchtsbereich-der-theologe-karl-tetzlaff-ueber-religion-und-literatur-100.html) — Andreas Main erinnert in diesem Beitrag daran, Aussagen nicht einfach zu übernehmen, sondern Herkunft und Beleglage zu klären. Ein Satz daraus bleibt für die Unterrichtsplanung hängen: Aussagen prüfen, Belege unterscheiden, transparent einordnen.

## Praxistipp: Religion sichtbar machen – und trotzdem respektvoll bleiben

Ich will in dieser Stunde eine typische Abkürzung stoppen: „Ich sehe ein Zeichen → ich weiß, was dahinter steckt.“ In RUfa ist daran didaktisch stark, dass wir das Zeichen als religionsspezifischen Vollzug ernst nehmen (nicht nur als Soziologie), aber gleichzeitig klären, wie Menschen in pluralen Kontexten Zeichen deuten – und wie man dabei nicht in Pauschalurteile rutscht.

## Arbeitsmaterialien

> [!abstract] M1 Wahrnehmungen aus der Dokumentation – Nur sehen, nicht deuten
> ![[Was der Glaube trägt - Von Kopftuch, Kippa & Co.](https://ardmediathek.de/film/was-der-glaube-traegt-von-kopftuch-kippa-und-co/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvd2FzLWRlci1nbGF1YmUtdHJhZWd0) – 0:05 bis 1:54](https://www.youtube.com/embed/4gWCAEuuw4c?start=5&end=114)
> **Klasse 7 – Hamburger RUfa – Modul „Sichtbare Zeichen“**  
> **Kompetenz:** Wahrnehmen und Beschreiben (Orientierung R/G)
>
> **Auftrag**  
> Schaut den Ausschnitt der Dokumentation *Was der Glaube trägt*. Notiert **nur**, was ihr **wirklich seht** oder hört. Keine Vermutungen, keine Erklärungen!
>
> **Ausschnitt:** [0:05 bis 1:54](https://www.youtube.com/watch?v=4gWCAEuuw4c&t=5) und [2:08 bis 4:48](https://www.youtube.com/watch?v=4gWCAEuuw4c&t=128)  
> (Berlin im Alltag, Sarwan Singh mit Turban, Schwester Hannelore und Schwester Juvenalis mit Ordenskleid)
>
> **Tabelle für deine Notizen**
>
> | Zeit     | Was ich sehe / höre (genau beschreiben) | Ich vermute / denke (später ausfüllen) |
> |----------|------------------------------------------|-----------------------------------------|
> | Beispiel 0:07 | Kopftuch, Kippa, Turban und Ordenskleid im Berliner Straßenbild | … |
> |              |                                          |                                         |
> |              |                                          |                                         |
> |              |                                          |                                         |
>
> **Satzstarter für reine Wahrnehmung**  
> - Ich sehe eine Person mit …  
> - Im Hintergrund ist …  
> - Die Kleidung ist … (Farbe, Form)  
> - Die Person sagt: „…“
>
> **Tipp:** Alles, was mit „weil“, „damit“ oder „das bedeutet“ anfängt, gehört in die rechte Spalte – erst später!
>

> [!abstract] M2 Vergleichsmatrix – Drei religiöse Perspektiven
>
> **Methode:** Vergleichsmatrix
>
> ![Methodenbeispiel](https://relipuls.de/storage/163b85ca-c5fd-470c-b9fa-ea9f4b80f836.webp)
> *So KOENNTE das Ergebnis aussehen (Beispiel zu einem anderen Thema). Eure Anordnung darf ganz anders sein!*
>
> **Klasse 7 – Hamburger RUfa – Modul „Sichtbare Zeichen“**  
> **Kompetenz:** Vergleichen (Dialog D) + Belegen
>
> **Auftrag**  
> Arbeitet in der Gruppe. Ordnet die folgenden Aussagen aus der Dokumentation den drei Perspektiven zu. Tragt zu jeder Zeile mindestens **eine Belegstelle** ein (Zeitangabe aus dem Video). Jede Aussage ohne direkte Stelle muss mit „Vermutung“ gekennzeichnet werden.
>
> **Matrix**
>
> | Aspekt                  | Judentum (Dovid Gernetz) | Islam (Iman Andrea Reimann) | Christentum (Schwester Hannelore) |
> |-------------------------|---------------------------|-----------------------------|------------------------------------|
> | **Wahrnehmung** (was man sieht) | Kippa auf dem Kopf       | Kopftuch (Hijab)           | Ordenskleid mit Schleier          |
> | **Deutungshypothese** (was man vermutet) | Schutz oder Tradition   | Religiöse Pflicht          | Demut und Zugehörigkeit           |
> | **Binnenbezug** (warum die Person es trägt) | „Beim Gebet stehen wir vor Gott, deswegen ist es besonders wichtig, repräsentabel gekleidet zu sein.“ (ca. **[5:25 bis 5:39](https://www.youtube.com/watch?v=4gWCAEuuw4c&t=325)**) | „Ich trage Kopftuch, weil im Koran steht, dass ich als Muslimin erkennbar sein soll.“ (ca. **[7:15 bis 7:20](https://www.youtube.com/watch?v=4gWCAEuuw4c&t=435)**) | „Der Schleier ist sozusagen das Pendant auf Ordensebene.“ (ca. **[4:39 bis 4:48](https://www.youtube.com/watch?v=4gWCAEuuw4c&t=279)**) |
> | **Belegstelle** (genaue Stelle oder Zeitangabe) |                                      |                                    |                                           |
>
> **Beispielzeile (bereits ausgefüllt)**  
> Wahrnehmung: Kopfbedeckung beim Gebet  
> Deutungshypothese: Man will Respekt zeigen  
> Binnenbezug: „Beim Gebet stehen wir vor Gott, deswegen ist es besonders wichtig, repräsentabel gekleidet zu sein.“ (Dovid, ca. 5:25)  
> Belegstelle: 5:25 (Video)
>
> **Belegregel:** Jede Aussage ohne direkte Stelle aus dem Video muss mit „Vermutung“ gekennzeichnet werden. Nutzt eure Notizen aus M1.
>

> [!abstract] M3 Binnenperspektive genauer lesen – Eine Stimme vertiefen
>
> **Methode:** Binnenperspektive lesen
>
> ![Methodenbeispiel](https://relipuls.de/storage/5edb300f-9d89-4e6d-ab19-0b5db405a785.webp)
> *So KOENNTE das Ergebnis aussehen (Beispiel zu einem anderen Thema). Eure Anordnung darf ganz anders sein!*
>
> **Klasse 7 – Hamburger RUfa – Modul „Sichtbare Zeichen“**  
> **Kompetenz:** Erschließen einer Binnenperspektive (B-Teil)
>
> **Auftrag** (Partnerarbeit)  
> Lest den ausgewählten Textausschnitt zu **einer** der drei Perspektiven. Beantwortet die Leitfragen nur mit dem Text in dieser Box. Notiert eure Ergebnisse für M4.
>
> **Variante A – Christentum (Schwester Hannelore)**  
> Text: „In den letzten 30 Jahren hat sich die Ordenskleidung stark verändert. Früher war alles viel strenger und einheitlicher. Der Schleier ist sozusagen das Pendant auf Ordensebene. Er zeigt, dass ich mich ganz für Gott entschieden habe und dass ich zu dieser Gemeinschaft gehöre. Manche denken, wir verstecken uns damit, aber das stimmt nicht. Es ist ein Zeichen meiner Freiheit und meiner Liebe zu Gott.“
>
> **Variante B – Judentum (Dovid Gernetz)**  
> Text: „Beim Gebet stehen wir vor Gott, deswegen ist es besonders wichtig, repräsentabel gekleidet zu sein. Die Kippa erinnert mich ständig daran, dass Gott über mir ist. Die Torarolle ist so ein wichtiger Gegenstand wie ein Mensch für uns. Manche glauben, das sei nur alte Tradition, aber für mich ist es lebendige Beziehung zu Gott.“
>
> **Variante C – Islam (Iman Andrea Reimann)**  
> Text: „Ich trage Kopftuch, weil im Koran steht, dass ich als Muslimin erkennbar sein soll. Es geht um Bescheidenheit und darum, dass ich mich nicht über mein Aussehen definiere. Viele denken, ich werde dazu gezwungen, aber das ist mein freier Entschluss. Das Kopftuch macht mich sichtbar als gläubige Frau.“
>
> **Leitfragen**  
> 1. Was ist der Person wichtig, wenn sie das Zeichen trägt?  
> 2. Welche Begründung gibt sie (Glaube, Geschichte, Alltag)?  
> 3. Gegen welches Missverständnis grenzt sie sich ab?  
> 4. ***Ein Satz, den ich gut verstehe:*** „…“
>
> **Satzstarter**  
> - Die Person trägt das Zeichen, weil …  
> - Für sie bedeutet Sichtbarkeit …  
> - Sie weist zurück, dass …
>

> [!abstract] M4 Urteilssatz-Raster – Begründet positionieren
>
> **Methode:** Urteilssatz bilden / Prüfraster anwenden
>
> ![Methodenbeispiel](https://relipuls.de/storage/4c32bfb0-bbe8-4082-8fda-12e185563819.webp)
> *So KOENNTE das Ergebnis aussehen (Beispiel zu einem anderen Thema). Eure Anordnung darf ganz anders sein!*
>
> **Klasse 7 – Hamburger RUfa – Modul „Sichtbare Zeichen“**  
> **Kompetenz:** Urteilen (U) + Orientierung V
>
> **Auftrag**  
> Nehmt eure Ergebnisse aus M2 und M3. Prüft eure Aussagen mit dem Raster. Schreibt dann **einen** klaren Urteilssatz. Nutzt dabei mindestens eine Aussage aus Schritt 3.
>
> **Prüfraster** (ankreuzen)
>
> - ☐ ist direkt belegt (Video oder Text in M3)  
> - ☐ ist eine Vermutung  
> - ☐ ist respektvoll formuliert  
> - ☐ ist zu pauschal („alle …“)
>
> **Satzgerüst** (wähle eines)
>
> - Ich kann sagen, dass sichtbare religiöse Zeichen …, weil im Material steht …  
> - Ich kann nicht sicher sagen, warum manche Menschen …, weil …  
> - Für mich ist wichtig, dass man zuerst … und erst dann …  
> - Ein Zeichen von außen sieht aus wie …, von innen bedeutet es …
>
> **Beispiel**  
> „Ich kann sagen, dass viele Menschen ihr Zeichen aus Respekt vor Gott tragen, weil Schwester Hannelore das in M3 erklärt. Ich kann nicht sicher sagen, ob alle das gleich empfinden.“
>
> **Abschlussfrage fürs Plenum:** Welche Aussage aus eurer Gruppe war am schwersten zu belegen? Warum?
