Artikelformat

20. Juli 1944: Für ein anderes Deutschland

Sie wollten Hitler ermorden und den Zweiten Weltkrieg beenden: Mit einer Bombe versuchte eine Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 Hitler auszuschalten. Noch in der Nacht wurden die Beteiligten hingerichtet.
Die historische Einordnung und Deutung der Widerstandsgruppe vom 20. Juli erfuhr in den Nachkriegsjahren einen Bedeutungswandel.

In den alten Bundesländern galt der Umsturzversuch bis in die 1950er Jahre als Vaterlandsverrat und Treuebruch. Viele meinten, dass das Attentat in der Wolfsschanze ein Rettungsversuch des Militärs gewesen sei, um den eigenen Ruf zu retten.
Auch in der DDR, die dem kommunistischen Widerstand gegen Hitler eine bedeutende Rolle zuschrieb, galt der 20. Juli 1944 als “Junkeraufstand”. Dabei vernachlässigte diese Sichtweise, dass Stauffenberg mit Vertretern der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung wie Julius Leber und Adolf Reichwein kooperierte und es Kontakte zu kommunistischen Widerstandsgruppen gab.
In den 1960er Jahren gerieten die Motive der Hitler-Attentäter in den Fokus der historischen Forschung. Der Widerstand der Stauffenberg-Gruppe wurde neu bewertet. Zumindest in der Bundesrepublik galt das Attentat als Ausdruck einer Tat für ein “anderes Deutschland”.

4 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.