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memento mori

Die meist zitierte Redewendung aus Game of Thrones scheint “valar morghulis” zu sein – ein Mantra , das eng dem memento mori ähnelt. Dem Sinn nach finden wir einen entsprechenden Text auch in der Bibel: In Psalm 90 betet Mose: “Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.”
Welche Ideen, Impulse, Linktipps oder Medien fallen euch im Angesicht des Todes ein?

5 Kommentare

  1. Jörg Lohrer

    28/04/2016 @ 7:37

    „Muss ich denn sterben, um zu leben?“ fragt Falco in seinem Song “Out of the Dark – Into the Light”
    Schau dir das Video an

    https://www.youtube.com/watch?v=cyrdPtEHKzE

    und lies den Songtext
    Vergleiche mit mit den Worten Jesu: “Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s erhalten.” und lies sie im Kontext der Bibelgeschichte: Markus 8,34-38
    Wo entdeckst du Unterschiede, Gemeinsamkeiten und welche Wahrheit findest du?

    Antworten
  2. joachim-happel

    28/04/2016 @ 14:39

    Alle Helden in “Games of Thrones” laufen unaufhaltsam ihrem eigenen Tod entgegen, ohne Hoffnung, dass sich der Lauf der Geschichte vielleicht doch noch ändern könnte. Die Brutalität der Serie konfrontiert die Zuschauer mit dem unvermeidlichen Ende aller Protagonisten, der “guten” und der “bösen”, ohne Unterschied.

    Was bleibt am Ende? Steht die Serie im Widerspruch zum Glauben?

    Mir fällt spantan der Kurzfilm “Memorium” von Philippe Giai-Miniet und Fabrice Mathieu ein (http://www.rpi-virtuell.net/material/1F834B12-5E48-423F-90F3-D6502F5744F1)

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  3. In der Sueddeutschen wurde unter der Überschrift “Denk daran: Du stirbst” kürzlich ein Interview mit dem katholischen Theologen und Kabarettisten Manfred Lütz abgedruckt, das zu dem Thema recht ergiebig ist >>> http://www.sueddeutsche.de/panorama/manfred-luetz-denk-dran-du-stirbst-1.2966022

    Darin kommentiert Lütz die in diesem Jahr recht häufig bemühte öffentliche Nachruf-Kultur der Medien. Ein paar Zitate aus dem Interview, die evtl. eine Diskussion anzustoßen vermögen:

    [I]m Großen und Ganzen wird immer gleich viel gestorben.

    Vielleicht hängt die besondere Aufmerksamkeit für diese Todesfälle damit zusammen, dass sich der neuheidnische Totenkult wieder dem hemmungslosen Pathos vorchristlicher Zeiten annähert. Römische Kaiser wurden bei den pompösen Trauerfeiern zu Göttern erhoben.

    Die Trauerfeier für Mutter Teresa […] kam ohne jedes Pathos aus, es war ein fröhliches Treffen dankbarer Wegbegleiter. Da war der Glaube ans ewige Leben im Fernsehen geradezu sichtbar. In unseren Breitengraden allerdings gilt das Bekenntnis zu einem solchen Glauben bei Totenfeiern nicht mehr als politically correct.

    Selbst Kirchenleute sprechen lieber von der eigenen “Ratlosigkeit” als vom “ewigen Leben” oder gar vom “Jüngsten Gericht”.

    Vor allem würdigt man immer und immer wieder den Verstorbenen und seine Verdienste.

    [W]eil der Trost der Religion wegfällt, bleibt nur Trostlosigkeit quer im Raum stehen.

    Es gibt inzwischen übrigens auch bei großen Unglücken eine nicht mehr enden wollende, völlig ritualisierte, düstere Trauerarbeit, bei der die Toten medial überhaupt nicht mehr in Ruhe gelassen werden.

    Anders als diese verordnete hoffnungslose Verzweiflung hatte der christliche Umgang mit dem Tod immer etwas Hoffnungsvolles. Da wurde der Tote in die Hand Gottes gegeben, nach sechs Wochen, also genau dann, wenn die Trauer über den Verlust bei den Angehörigen besonders stark wird, gab es das “Sechswochenamt”. Doch das war alles eben keine kultivierte Verzweiflung, sondern kultivierte Hoffnung.

    [W]enn das ewige Leben durch ewige Nachrufe ersetzt wird, dann wird es mühsam.

    Das Problem ist heute die Trostlosigkeit. Da man sich irgendwie darauf geeinigt hat, dass es kein Leben nach dem Tod gibt, trifft der Verlust eines jungen Prominenten die Gesellschaft natürlich besonders hart.

    Die Angst vor dem Tod gehört zum Leben jedes gesunden Menschen dazu.

    Und weil der Tod unvermeidlich ist, kann man übrigens unvermeidlich glücklich nur werden, wenn man auch angesichts der existenziellen Grenzsituation des Todes glücklich sein kann.

    [E]in Perspektivwechsel könnte helfen.

    Im pompejanischen Bordell sind Totenschädel an die Wände freskiert als Aufforderung: “Mensch, denke daran, dass du stirbst und lebe jeden Tag lustvoll.” Carpe diem, pflücke den Tag!

    [D]er Totenschädel beim Heiligen Hieronymus in der Wüste meint da was ganz Ähnliches: “Christ, denk dran: Du stirbst, lebe jeden Tag ganz bewusst.”

    Die Glücks-, Gesundheits- und Fitness-Industrie […] gaukelt uns die Mär vom unendlichen Leben vor. Das erzeugt Leere.

    [Erst] der Tod [verleiht] dem Leben Intensität.

    Aus dem Bewusstsein des Todes kann große Kunst entstehen.

    Nur dadurch, dass wir sterben, wird jeder Moment unwiederholbar wichtig.

    Der Tod ist die Würze des Lebens.

    Die Christen glauben ja nicht an das unendliche Leben, das wäre, wie gesagt, die Hölle, sie glauben an das ewige Leben, das die Zeit sprengt.

    Über das, was […] ewige Existenz hat, darüber sollte man reden, selbst wenn man sonst nichts glaubt. Dann wären Trauerfeiern vielleicht nicht so hoffnungslos.

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  4. Karsten Müller

    14/06/2016 @ 13:56

    Vom digitalen Trauern zurück ins Leben?

    Die Trauer- und Bestattungskultur veranschaulicht auch unsere Art zu leben. Dabei ist die “Entmächtigung der (traditionellen) Grabstätten immer mehr Ausdruck einer mobilen Gesellschaft geworden.” [Quelle]
    Längst gibt es die letzte Ruhestätte nicht mehr nur offline: [Online Friedhöfe]

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