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400 Menschen, gestorben am 12. April 2015

Plötzlich und leider nur zu erwartbar ist vor der Küste Libyens erneut ein Flüchtlingsschiff untergegangen. Weniger als 150 der circa 550 Insassen wurden gerettet.

Statt Blumen bitten wir um eine Spende an eine Organisation, die Flüchtlingen hilft. (taz, 16.04.15)

Stell dir vor, es sterben Hunderte und k(aum)einer bekommt es mit!
Braucht das Leid der Flüchtlinge eine größere Öffentlichkeit?
Und wie kann eine hilfreiche Sensibilisierung gelingen?

8 Kommentare

  1. Wie wachrütteln?

    1. Handelt es sich bei dem taz-Titel um eine “normale” Traueranzeige? Vergleiche mit Annoncen in deiner Tageszeitung oder auf einem Trauerportal!
    2. Welche Aufgabe haben in diesem Zusammenhang unsere Medien: Sind unsere Tageszeitungen beKLOPPt?
    3. Die taz präsentiert in ihrer Anzeige ein Bibelzitat: Warum? Recherchiert den Kontext der Bibelstelle (Mt 25,40)!

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  2. Jörg Lohrer

    17/04/2015 @ 7:17

    “Sie kommen zu Tausenden, doch die Allermeisten
    Werden das gelobte Land niemals erreichen
    Doch die Patrouillen werden sie aufgreifen
    Um sie in unserem Auftrag zu deportieren

    Und der Rest, der wird ersaufen
    Im Massengrad vom Mittelmeer

    Weil das hier alles kein Märchen ist
    Kein Happy End für all die Leute
    Und wenn sie nicht gestorben sind
    Sterben sie noch heute”
    Aus dem Song: Europa – Tote Hosen 

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  3. Claus Laabs

    17/04/2015 @ 10:41

    Hervorragender Film zum Thema mit didaktischen Material:
    Bon Voyage
    Trickfilm – Schweiz 2011
    Laufzeit: 6 Minuten
    Empfohlen: ab 14 Jahren – Lehrprogramm gemäß § 14 JuSchG
    https://www.medienzentralen.de/medium11131/Bon-Voyage

    Beschreibung: Dutzende Menschen, die ihr Land verlassen wollen, klettern auf einen überfüllten Pritschenwagen. Auf ihrer Reise durch die Wüste und über das Meer gehen viele verloren. Einer kommt durch. Doch gerettet ist er nicht. Vielmehr sieht er sich nun einer ganz anderen Art von Härte gegenüber: Eine Behörde, die über seine Aufnahme zu entscheiden hat. Der Ausgang des Films bleibt offen.

    Adressaten: Berufsschule, Erwachsenenbildung, Fort- und Weiterbildung, Förderschule, Gymnasium (S1), Gymnasium (S2), Hauptschule/Mittelschule, Konfirmandenarbeit, Realschule, Sek. I – schulartübergreifend, Sek. II – schulartübergreifend

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  4. Sabine Schröder

    17/04/2015 @ 13:39

    Wissen wir, was Flucht wirklich bedeutet? Filme versuchen, uns eine Vorstellung davon zu vermitteln und uns darüber ins Gespräch zu bringen. Z.B. Filme wie:

    1. Die Piroge, Moussa Touré, Senegal/Frankreich/Deutschland 2012, Spielfilm, 87 Min.: Die Geschichte einer Reise übers Meer, von Westafrika zu den Kanarischen Inseln. Eine Gruppe von etwa 30 Männern und einer Frau (als blinder Passagier) möchte nach Europa gelangen. Der Schleuser Die Überfahrt ist gefährlich in der kleinen Piroge, doch die Hoffnungen der Menschen sind groß. Die jüngeren Männer sehen sich in Europa als Fußballer oder Musiker, die Älteren wünschen sich ein Auskommen auf einer spanischen Gemüseplantage. Doch die Realität der Flucht sieht anders aus.

    2. Im Land dazwischen, Melanie Gärtner, Deutschland 2012, Dokumentation, 35 Min.: Der Film portraitiert drei Migranten, die sich auf den Weg nach Europa gemacht haben, aber nun in Ceuta, der spanischen Enklave an der nordafrikanischen Küste, festsitzen. Blade Cyrille kommt aus Kamerun, Sekou aus Mali und Babu aus Indien. Alle drei haben in Ceuta zwar informell Arbeit gefunden, dürfen aber nicht regulär arbeiten. Dokumentiert wird ihr Alltag, und in Interviews berichten die drei sowohl vom bisherigen Verlauf ihrer jeweiligen Reise, als auch von ihren Erwartungen an die Zukunft. Weil sie sich nicht an einer Protestaktion im Übergangslager beteiligen, werden sie mit der „Überfahrt“ auf das spanische Festland belohnt. Das Ende des Films berichtet über ihren jeweiligen Verbleib ein halbes Jahr nach Abschluss der eigentlichen Dreharbeiten: Keiner ist dort, wo er hin wollte. Und Babu träumt jetzt sogar von einer Reise zurück zu seinen Eltern.

    3. Choice, Maria Teresa Camoglio, Deutschland/Italien/Nigeria 2011, Dokumentation, 30 Min. :Die 17jährige Choice stammt aus Nigeria. Nach einer langen und gefährlichen Reise landet sie auf der italienischen Insel Lampedusa, wo sie in einem Auffanglager untergebracht wird. Schon bald gelingt es ihr, zu entkommen und sich bis Norditalien durchzuschlagen. Doch sowohl diese Flucht als auch die „Hilfe“ die sie nach ihrer Ankunft in einem norditalienischen Bahnhof erfährt, ist, wie Choice im Nachhinein erfahren wird, von Menschenhändlern arrangiert. Schon bald wird Choice zur Prostitution gezwungen. Als es ihr schließlich gelingt, ihrer Bewacherin zu entkommen, findet sie Aufnahme in einem Aussteigerprogramm. Dort lernt sie Italienisch und findet Hilfe bei der Suche nach Arbeit.

    Die Filme wurden alle herausgegeben vom Ev. Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit und sind bei allen evangelischen Medienzentralen ausleihbar.

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  5. Andrea Lehr-Rütsche

    18/04/2015 @ 14:19

    Sehr eindrücklich auch das interaktive Spiel: lastexitflucht.org von der UNHCR und der webcompetent-Beitrag “Der letzte Bus”.

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