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28. Juni 2014: Das Attentat von Sarajevo

Vor 100 Jahren: Am 28. Juni 1914 besuchte der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand ein österreichisches Truppenmanöver in der Umgebung Sarajevos. Daneben war ein Besuch der Stadt und ein Treffen mit den Stadträten geplant. Begleitet wurde der Thronfolger von seiner Frau Herzogin Sophie Chotek. Eine Gruppe der pro-serbischen Jugendbewegung Mlada Bosna, Junges Bosnien, um Gavrilo Princip plante einen Angriff und töte das Thronfolgerpaar. Das Attentat wurde Anlass für eine schwere diplomatische Krise und führte zum Ersten Weltkrieg.

Der 28. Juni 1914 fiel auf den Vidovdan, ein national und religiös bedeutsamer Tag für Serbien und eben auch für die bosnischen Serben. 1389 fand an eben jenem Tag die Schlacht auf dem Amselfeld statt. Dieses symbolisches Datum eignete sich hervorragend für das Vorhaben der Mlada Bosna.

10 Kommentare

    • Wie man das Attentat heute sehen kann

      Emir Kusturica: “Als Franz Ferdinand getötet wurde, besaß Serbien eine Verfassung und einen demokratischen Staat. Bosnien-Herzegowina aber war die letzte Kolonie in Europa. Der Schuss, dem dieser Mensch zum Opfer fiel, hatte also eine soziale Dimension. Es ging um die Befreiung der Völker Bosnien-Herzegowinas aus der Knechtschaft. Der Tyrannenmord hat uns dazu bewogen, am 28. Juni, dem Sankt-Veits-Tag, mit dem Bau von Andrićgrad zu beginnen. Wir haben unser Versprechen erfüllt und binnen drei Jahren eine ganze Stadt errichtet.”

      Vor der Kulisse der alten osmanischen Drina-Brücke in Višegrad hat Kusturica seine Andrić-Stadt hochgezogen: Theater, Restaurants, eine Kunstakademie, ein Studentenheim, eine orthodoxe Kirche, im historischen Stil auf über 40.000 Quadratmetern – aber keine Moschee.
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      • Oder auch nicht

        Bilal Memišević, bosnischer Muslim und Vorsitzender der muslimischen Gemeinde:

        “Wirtschaftlich gesehen ist Andrićgrad für Višegrad und die Region etwas Positives. Doch ideologisch halte ich das Projekt für sehr gefährlich … Wir, die bosniakischen Rückkehrer, freuen uns nicht über diese Kampagne, die neue Trennlinien schafft. Wir sind besorgt. Indem man Gedenkfeiern an zwei Orten getrennt voneinander ausrichtet, will man ein neues Hindernis für die Verständigung schaffen … Die Gesellschaft in Bosnien ist ja seit dem Krieg 1992 bis ’95 tief gespalten, entlang ethnoreligiöser Trennlinien. Und auch die Erinnerungskultur ist entsprechend auch gespalten.”
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  1. Jörg Lohrer

    28/06/2014 @ 7:45

    Eine Idee zum Reflektieren und diskutieren:
    Was wäre passiert, wenn der Chauffeur Franz Ferdinands nicht falsch abgebogen wäre?

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  2. Der unbekannte Tote: Wer war Franz Ferdinand
    Jeder weiß, auf welche Weise Franz Ferdinand in Sarajevo umkam. Wie aber hat er gelebt? Ein Psychogramm des österreichischen Thronfolgers, der zeitlebens gehasst wurde und doch ein großer Liebender war. Mehr in der Zeit

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  3. “Reinen Gewissens über den Ursprung des Krieges, bin Ich der Gerechtigkeit unsrer Sache vor Gott gewiß. Schwere Opfer an Gut und Blut wird die dem deutschen Volke durch feindliche Herausforderung aufgedrungene Verteidigung des Vaterlandes fordern … Wie Ich von Jugend an gelernt habe, auf Gott den Herrn meine Zuversicht zu setzen, so empfinde Ich in diesen ernsten Tagen das Bedürfnis, vor Ihm Mich zu beugen und seine Barmherzigkeit anzurufen.” – Karl Hammer, Deutsche Kriegstheologie, dtv 1982, S. 204f, zitiert nach: Herfried Münkler, Der große Krieg, Berlin 2014, S. 231.

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